Rohre und Fittinge einer hypothetischen R290 Wärmepumpe

Karli
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Rohre und Fittinge einer hypothetischen R290 Wärmepumpe

Beitrag von Karli » 10.09.2019, 10:40

Bin wieder mal über die hypothetische R290 Wärmepumpe am nachdenken. Dieses Mal zerbreche ich mir den Kopf über die Verrohrrung.
1. Könnte man dafür ganz normale Wasserleitungskupferrohre verwenden?
2. Es gibt im Internet auch Pressfittinge speziell für Kältetechnik. Gibt es dazu Erfahrungswerte? (eine REMS-Presse habe ich, müsste also nur die passenden Pressbacken besorgen)
3. Falls man doch löten muss: Warum muss es unbedingt Hartlöten sein? Es scheint ja etwas mit den stellenweise hohen Temperaturen,
speziell vermutlich direkt hinter dem Kompressor zu tun zu haben. Was spricht dagegen, nur hier hartzulöten und die anderen weniger heißen Stellen weichzulöten? (mit Weichlöten habe ich schon einiges an Erfahrung, aber nicht mit hartlöten)
4. Gibt es spezielle T-Stücke, an dessen seitlichem Ausgang man Manometer anschließen könnte?
5. Welche digitalen Manometer und Thermosensoren, die sehr präzise eine analoge Ausgangsspannung liefern, die man per Microcontroller 'auslesen' könnte, würdet ihr vorschlagen? Notfalls könnten es auch digitale Druck und Thermosensoren sein, sofern diese gut dokumentiert sind.

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Alexander470815
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Re: Rohre und Fittinge einer hypothetischen R290 Wärmepumpe

Beitrag von Alexander470815 » 10.09.2019, 12:42

1.Besser nicht, Ziehfette usw will man nicht im System.
2.Geht aber ist teuer, würde ich nur einsetzen wenn Löten wegen Brandschutz nicht möglich ist.
3.Permanente Temperatur Änderungen sind hier das Problem, das macht weichgelöteten Verbindungen zu schaffen.
4.Wüsste ich jetzt nicht, selber bauen aus Reduzier T-Stück und entsprechendem Übergang.
5.Drucktransmitter eben, gibts mit 0-10V, 0-20mA, 4-20mA Signal, gibt sicherlich auch welche die direkt Bus fähig sind(teurer).
Für Temperatur PT100/PT1000 oder eben digitale Temperatursensoren, sowas wie ein DS18B20.

Benutzer 772 gelöscht

Re: Rohre und Fittinge einer hypothetischen R290 Wärmepumpe

Beitrag von Benutzer 772 gelöscht » 10.09.2019, 13:39

Hallo Karli!
Da hat sich Alexander schon ins Zeug geworfen.

Ich hab nichts gegen Stangenmaterial und Kupfer von der Rolle aus dem Wasserleitungsbereich.
Hab ne irr lange Saugleitung aus 22 Stange und Fitting dazu, läuft schon ewig lange so.
Aber das ist Ansichtssache, ich sag mal so. Wenns für mich sauber genug ist, dann wird es für die Maschine auch reichen.

Also wer sich mit dem Gedanken R290 in der Wärmepumpe oder ähnliches beschäftigt, für den
gibt es nur Hartlöten und zwar vom feinsten (hab aber vor langer Zeit auch mal was weichgelötet,
allerdings nicht bei R290).
Aber probier dich mal ein, probier die Castolin Silberhartlötstäbe, da macht Hartlöten auch wirklich Spaß,
geht leichter wie weichgelötet.
Auch Phosphorkupfer lässt sich schön verarbeiten, ist halt etliches billiger, wird aber nicht so schön wie mit Castolin.

Castolin und Kupfer-Phosphor-Hartlot
https://www.dropbox.com/s/3dhgidd5tfsez ... t.JPG?dl=0

Aber wie gesagt, da gibt es nur hartlöten.
Mfg. Eisvogel

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Re: Rohre und Fittinge einer hypothetischen R290 Wärmepumpe

Beitrag von Karli » 10.09.2019, 14:38

Danke Alexander und Eisvogel! :) :up:

Gut, dann kann man die Idee mit den Fittings ja leider erst mal vergessen. Werde mir das Castilin Silberhartlot bestellen und an probestücken üben. Einfacher als Weichgelötet kann ich mir aber fast nicht vorstellen. Alleine schon der Aufwand des Formierens. Und irgendwie will mir nicht in den Kopf, warum hartlöten bei Wasserleitungen verboten ist, während es bei Kältemaschinen besser ist. Bei Wasserleitungen sagt man (habe ich an mehreren Stellen gelesen), das Kupfer würde seine Struktur und damit die Festigkeit ändern. Das müsste bei Kältemascheinenrohren ja eigentlich auch so sein. Wobei bei Kältemaschinen die deutlich höheren Drücke und Temperaturen vorhanden sind.



PT1000 sind mir bekannt, die könnte man theoretisch einfach an die Rohre kleben und dann mit einem zweiten (konstanten) Widerstand einen Spannungsteiler aufbauen. Das wäre supereinfach. Dann schaue ich mal nach Drucktransmittern 0-10V uns probiere auch mal mit einem handelstüblichen T-Stück (aus dem Trinkwasserbedarf) mit Reduzierung einen Abgang für so einen Transmitter hartzulöten.

Edit: Habe gerade noch mal nachgegoogelt, warum bei Trinkwasserleitungen nicht hartgelötet werden darf. Unter gewissen Wasserqualitäten kann bei zu heiß gelötetem Kupferrohr und Löten ohne Schutzgas Lochfraß auftreten. Scheint also mit der Festigkeit nichts zu tun zu haben.

Karli
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Re: Rohre und Fittinge einer hypothetischen R290 Wärmepumpe

Beitrag von Karli » 10.09.2019, 14:48

Das Castolin 1020 XFC scheint wohl nicht für jedermann käuflich zu erwerben zu sein. Man muss ich erst mal bei Castolin registrieren, nur um schon mal die Vertriebspartnerliste zu sehen. Hm.

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Alexander470815
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Re: Rohre und Fittinge einer hypothetischen R290 Wärmepumpe

Beitrag von Alexander470815 » 10.09.2019, 15:14

Bekommt man doch sogar bei ebay.
Für normale Kupfer-Kupfer Verbindungen reicht Phosphor Hartlot mit ein paar Prozent silber.
Kupfer mit Edelstahl, Messing, Rotguss geht nur mit Silberlot und Flussmittel, zumindest händisch.
Industriell unter Vakuum geht auch nur Kupfer...

Benutzer 772 gelöscht

Re: Rohre und Fittinge einer hypothetischen R290 Wärmepumpe

Beitrag von Benutzer 772 gelöscht » 10.09.2019, 16:02

Karli hat geschrieben:
10.09.2019, 10:40
Gibt es spezielle T-Stücke, an dessen seitlichem Ausgang man Manometer anschließen könnte?
Hab die meinen auf der Drehbank wachsen lassen. Wenn man genau schaut, sieht man knapp am Rohr den Bund, damit
sich die Buchse besser löten lässt. Du kannst da aber auch entsprechende Bördelmuttern verwenden, die
muss man halt am Schleifbock etwas zuschleifen, das sie am Rohr auch liegen bleiben.
So schaut es unter der Isolierung der Heißgasleitung aus
Manometeranschluss:
https://www.dropbox.com/s/zl7nn7a8fqjc5 ... e.JPG?dl=0

mfg. Eisvogel

Benutzer 772 gelöscht

Re: Rohre und Fittinge einer hypothetischen R290 Wärmepumpe

Beitrag von Benutzer 772 gelöscht » 10.09.2019, 16:35

Hallo Karli!
Karli hat geschrieben:
10.09.2019, 14:38
Einfacher als Weichgelötet kann ich mir aber fast nicht vorstellen. Alleine schon der Aufwand des Formierens.
Setz dich mit "Kleiner Schneemann" in Verbindung (per PN). Dem hab ich ein paar Castolin Silberlötstäbe geschickt.
Er soll dir seine Erfahrungen berichten.
Aber vielleicht meldet er sich eh noch hier wenn er mitlist.

Mfg. Eisvogel

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Re: Rohre und Fittinge einer hypothetischen R290 Wärmepumpe

Beitrag von Hydraulikberni » 10.09.2019, 17:36

Hallo Miteinander,
Hartlöten, am liebsten mit silberhaltigem Lot. Um so siberhaltiger, um so besser.
Grüße,
Bernhard
Wenn du tot bist, dann weißt du nicht dass du tot bist. Es ist nur schwer für die Anderen. Genauso ist es, wenn du blöd bist.

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Re: Rohre und Fittinge einer hypothetischen R290 Wärmepumpe

Beitrag von Karli » 10.09.2019, 22:06

Habe in Ebay auch dieses 1020 FCX gefunden, ist aber ganz schön teuer. OK, bei dem Silberanteil ist das wohl gerechtfertigt. Werde mir wahrscheinlich mal drei vier Stäbe bestellen und damit herumspielen.

Ich werden den kleinen Schneemann gleich mal auf diesen Thread hier anschreiben. Vielleicht ergibt sich ja auch mal, dass ich ihn besuchen und seine Lötkünste bewundern kann, denn er wohnt nur eine Autostunde von mir entfernt. :)

Benutzer 772 gelöscht

Re: Rohre und Fittinge einer hypothetischen R290 Wärmepumpe

Beitrag von Benutzer 772 gelöscht » 11.09.2019, 04:30

Hallo Karli!
Ja, ich weiß, nicht ganz billig. Allerdings bei der Verarbeitung vergisst du den Schmerz über den Preis.
Im Baumarkt gibts ähnliche Hartlötstäbe. Ich glaub so 16 Euro das Stück (Schmelzpunkt ~ 620 Grad).
Es gibt allerdings auch die billigere Version so um 9 Euro, allerdings ist da der Schmelzpunkt schon bei ~ 900 Grad.

Da werden sich wohl auch noch meine künftigen Urenkel bedienen können.
https://www.dropbox.com/s/wqdj353jqvkzk ... n.JPG?dl=0
Hab das Kontingent aus dem Nachlass eines Bekannten günstig erhalten. Die Witwe räumte das ganze Lager.
Hab da alles aufgekauft. Und nicht nur die Hartlötstäbe .
Insgesamt waren es 6 volle Packungen, eine habe ich einem Freund, ebenso ein Wärmepumpenbastler
zu einem Freundschaftspreis zukommen lassen. (der offizielle Verkaufspreis liegt irgendwo so bei 720,-/Packung).
(wir machen in dieser Richtung viel gemeinsam und besprechen auch etwaige Probleme diesbezüglich)

Mfg. Eisvogel
P.S. Sag "Kleiner Schneemann" er soll dir ein paar geben (Hartlötstäbe sind gemeint, nicht das da "Kleiner Schneemann" was falsch versteht).
Wenn er "leer" ist, kriegt er dann wieder ein paar von mir (ebenfalls Hartlötstäbe sind gemeint).

Karli
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Re: Rohre und Fittinge einer hypothetischen R290 Wärmepumpe

Beitrag von Karli » 11.09.2019, 10:26

Wow FÜNF Pakete von diesen sauteuren Stäben. Ist ja heftig. :shock: Kleiner Schneemann war leider schon länger nicht mehr online. Hat auf meine PN auch noch nicht geantwortet.
Falls DU den Eindruck hast, ich könnte einen kleinen Teil DEINER Lötstäbe sinnvoller verwenden, als deine Urenkel (die die Dinger wahrscheinlich ins Alteisen oder noch schlimmer, in den Müll werfen, weil sie garnicht wissen, was sie wert sind), würde ich mich freiwillig bereit erklären, in deinem Keller mehr Raum zu schaffen. Ich habe schon gesehen, was so ein Paket kostet und will auch nichts geschenkt haben.

leluno
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Re: Rohre und Fittinge einer hypothetischen R290 Wärmepumpe

Beitrag von leluno » 11.09.2019, 16:07

Der Vorteil vom Hartlöten ist, dass man z.B. Rohre ohne fittinge verbinden kann. Loch in Großes Rohr bohren - kleines Rohr einstecken -Hartlöten - fertig. Spart u.a. Geld. Silberlot wäre mir zu teuer. Als Anfänger hast du viel Schwund. Das Lot geht dir dann garantiert am Sonntag aus. 1kg Phosphorlot kostet 25€ und reicht bei mir Jahre. Wichtig ist ein gescheites Lötgerät. Propangas-Brenner reicht nur für sehr kleine Lötstellen. Ein Autogen-Schweißgerät ist zum Hartlöten eine tolle Sache wenn man mal rausgefunden hat, wie es funktioniert.

Benutzer 772 gelöscht

Re: Rohre und Fittinge einer hypothetischen R290 Wärmepumpe

Beitrag von Benutzer 772 gelöscht » 11.09.2019, 16:25

Hallo leluno
leluno hat geschrieben:
11.09.2019, 16:07
Der Vorteil vom Hartlöten ist, dass man z.B. Rohre ohne fittinge verbinden kann. Loch in Großes Rohr bohren - kleines Rohr einstecken -Hartlöten - fertig. Spart u.a. Geld. Silberlot wäre mir zu teuer. Als Anfänger hast du viel Schwund. Das Lot geht dir dann garantiert am Sonntag aus. 1kg Phosphorlot kostet 25€ und reicht bei mir Jahre. Wichtig ist ein gescheites Lötgerät. Propangas-Brenner reicht nur für sehr kleine Lötstellen. Ein Autogen-Schweißgerät ist zum Hartlöten eine tolle Sache wenn man mal rausgefunden hat, wie es funktioniert.
Habe mir im Lauf der Zeit abgewöhnt mit Phosphorkupfer zu arbeiten, klar geht es auch, aber die Lötstellen gefallen mir absolut nicht.
Klar auch eine Preisfrage. Aber ich stehe unter keinem Kostendruck.

Ich lege doch auch noch auf Arbeit Wert die man herzeigen kann.
Beim Autogenzeug gebe dir absolut recht. Es muss ja kein Vollprofi gerät sein. Schneidbrennen willst ja eh nicht damit.
Wichtig dazu noch sehr kleine Brenner. So ist volle Temperatur auf kleinsten Raum gewährleistet und man kann regelrecht
noch um die Ecke löten.

Mfg. Eisvogel

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