Verwendung eines R123A Servicegeraet fuer R1234YF

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Verwendung eines R123A Servicegeraet fuer R1234YF

Beitrag von Starmanager » 29.06.2019, 12:21

Hallo an die Spezialisten.

Kann man ein altes R123A Klimaservicegeraet einfach fuer R1234yf umbauen bzw. einfach verwenden?

Vielen Dank fuer Euere Vorschlaege.

Sommerliche Gruesse aus dem Schwarzwald.

martin_w
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Re: Verwendung eines R123A Servicegeraet fuer R1234YF

Beitrag von martin_w » 01.07.2019, 10:38

Du meinst wohl R134a (R123a hab ich auf die Schnelle gar nicht gefunden). Das sollte in den physikalischen Eigenschaften doch gleich zum R1234yf sein. Vielleicht sind andere Öle vorgeschrieben, das müßte man kontrollieren. Ansonsten sind mWn die Ventile anders, damit man nicht versehentlich das neue teure, giftige und brennbare KM in R134a Anlagen einfüllt (oder umgekehrt).

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Hydraulikberni
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Re: Verwendung eines R123A Servicegeraet fuer R1234YF

Beitrag von Hydraulikberni » 01.07.2019, 13:07

Nein,
die R1234yf Servicegeräte müssen einen Gasschnüffler haben, damit Fremdgase aus Falschbefüllung nicht in den Gaskreislauf des Gerätes gelangt.
Wenn du tot bist, dann weißt du nicht dass du tot bist. Es ist nur schwer für die Anderen. Genauso ist es, wenn du blöd bist.

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Re: Verwendung eines R123A Servicegeraet fuer R1234YF

Beitrag von hanskalt » 01.07.2019, 15:20

Hydraulikberni hat geschrieben:
01.07.2019, 13:07
die R1234yf Servicegeräte müssen einen Gasschnüffler haben
Der Punkt ist ja eher so wischi waschi. Die Funktionsweise des Geräts ändert sich dadurch nicht.

Adapter auf 1/4" SAE oder sogar R1234yf auf R134a gibt es auch.

Was unterschiedlich ist: Es gibt fürs KFZ PAG Öle spezifisch für R134a oder R1234yf. Und auch POE Öle, die wohl gleichermaßen für beide KM in Verbindung mit elektrisch betriebenen Verdichtern geeignet sind.

Die daraus auzuleitende Frage wäre, ob in R1234yf Servicegeräten die Verdichter mit anderen Ölen arbeiten. Schaut man sich nach Ersatz Kapselverdichtern für Klimaservicegeräte ( z.B. HELLA GUTMANN Kompressor GL90TG für Hella Husky Servicegerät), so sind diese stets mit POE Öl gefüllt, welches für beide KM geeignet ist. Somit wäre zumindest eine Reinigung sämtliche ölführender Teile, der Filtertrockner (Serviceteile) und möglicherweise auch des Kapselverdichter Öls anzuraten.

Aber die eigentliche Funktionsweise hat sich nicht geändert.

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Re: Verwendung eines R123A Servicegeraet fuer R1234YF

Beitrag von Hydraulikberni » 01.07.2019, 15:42

Tja,
das Übliche, Vorschriften sind Wischiwaschi, es wird hingebastelt. Macht mal.......
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Re: Verwendung eines R123A Servicegeraet fuer R1234YF

Beitrag von martin_w » 01.07.2019, 16:02

Der Gasschnüffler soll ja nur verhindern, daß mit dem R1234 Gerät andere, ggf. billigere und ungefährlichere Kältemittel wie R134a verwendet werden. Er ist ja für die Funktion des Gerätes technisch nicht nötig. Etwa vergleichbar mit einem Kopierschutz oder Regionscode bei Digitalmedien. Eine Funktion, die dem Konsumenten keinen Vorteil bringt, oft sogar einen Nachteil oder eine Einschränkung, aber er muß sie mit bezahlen, weil irgend jemand durch gutes Lobbying dies durchsetzen konnte.

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Re: Verwendung eines R123A Servicegeraet fuer R1234YF

Beitrag von Hydraulikberni » 01.07.2019, 18:03

Auch wieder typisch Lobby etc.
Die Leute in den Werkstätten haben mal eine Lehrgang Kältetechnik mitgemacht, sind also keine Kälteklimatechniker. Möglich wäre ein Auffüllen der Klimaanlage mit irgendeinem Gemisch. Damit das nicht mehr passieren kann, hat man die Sicherung mit dem "Superkältemittel" R1234yf eingeführt. Ist auch wegen der Haftung der Werkstätteninhaber durchaus nicht sinnlos.
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Re: Verwendung eines R123A Servicegeraet fuer R1234YF

Beitrag von Micha94 » 07.07.2019, 19:01

Gemische aus R1234yf und R290/R600a oder auch R134a sind nicht so gesund. Gerade wenn brennbare Gase im Spiel sind!
Nach wie vor bin ich jedoch der Meinung, das R1234 das größte Rattengift ist und abgeschafft gehört!

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Re: Verwendung eines R123A Servicegeraet fuer R1234YF

Beitrag von martin_w » 09.07.2019, 10:19

Ein Gemisch aus R1234yf und R134a halte ich für weniger kritisch als R1234yf alleine - es kann ja nicht besser brennen oder giftiger sein als dieses.

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Re: Verwendung eines R123A Servicegeraet fuer R1234YF

Beitrag von Dj Ninja » 09.07.2019, 10:26

Joo genau. Ein Gemisch aus Acetylen und Sauerstoff macht ja schließlich auch viel weniger Spaß als reines Acetylen.

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Re: Verwendung eines R123A Servicegeraet fuer R1234YF

Beitrag von martin_w » 09.07.2019, 13:29

Wie sollten denn ein gesättigter und ein ungesättigter Fluorkohlenwasserstoff deiner Meinung nach miteinander reagieren? Noch dazu zwei relativ ähnliche Moleküle und R134a ist ja sehr stabil. Da ist auch keine Disproportionierungsreaktion zu erwarten, wie beim Acetylen möglich. Ich würde das dann eher mit einer Mischung aus Propan und Stickstoff oder Argon vergleichen. Also eine Verdünnung, der kritischen Substanz.
Chemisch würde ich mir auch bei 1234 und Propan oder Butan keine Reaktion erwarten, aber die Brennbarkeit des Gemisches ist sicher höher als bei 1234 alleine.

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Re: Verwendung eines R123A Servicegeraet fuer R1234YF

Beitrag von Dj Ninja » 09.07.2019, 15:05

Du mir ist latte was da wie miteinander reagiert oder auch nicht. Ich halte einfach nichts davon und da ich das Thema Moderation abgehakt habe, kann ich meine Meinung auch jetzt wieder ungebremst und ungeschönt zum besten geben.

Es wäre eher die Frage was kommt am Ende an gesundem Rosenduft dabei heraus, wenn solche Gemische doch mal infolge eines Autounfalls brennen, auf heiße Teile ausströmen oder im Falle eines bereits bestehenden Brandes Kontakt mit den Flammen bekommen. Das soll der, der's angemixt hat, dann auch alleine wegschnüffeln!

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Re: Verwendung eines R123A Servicegeraet fuer R1234YF

Beitrag von martin_w » 10.07.2019, 12:11

Ich mag das R1234yf auch nicht. Brennbar und fluoriert halte ich für eine schlechte Kombination. Wenn in einer Anwendung ein brennbares KM akzeptabel ist, dann möge das irgendwas zwischen Ethan und Butan sein.
Aber wenn das Zeug brennt, dann ist es ziemlich egal, ob da noch R134a dabei ist. Ich nehme an, chemische Strukturformeln werden dir nicht viel sagen, aber "schlimmstenfalls" brennt es etwas weniger stark. Die zu erwartenden giftigen Verbrennungsprodukte bleiben die gleichen.
Die einzige Gefahr durch die Vermischung mit R134a in 1234yf Klimaanlagen ist jene, daß der Hersteller weniger von seinem teuren Zeug verkauft. Das wußte er halt durch gutes Lobbying zu verhindern. Ein "Grünes Mäntelchen" oder Klimawandelhysterie ziehen da heutzutage immer, manche würden dafür sogar glatt eine Diktatur akzeptieren, hauptsache sie wäre "Grün".

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Re: Verwendung eines R123A Servicegeraet fuer R1234YF

Beitrag von Dj Ninja » 10.07.2019, 12:46

Ich glaube wenn man R134a verbrennt ist das auch schon nicht allzu gesund. Aber R1234yf ist ja nun erwiesenermaßen richtig gefährlich.

Die verschiedenen Anschlüsse für verschiedene Kältemittel sind eher deswegen, damit die strunzdummen Mechaniker-Aushilfen das nicht versauen können und in ein Auto mit Kältemittel A Kältemittel B einfüllen weil sie's einfach nicht besser wissen.

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