Fragen zur Stromabsicherung und Geräteleistung

Hardwired2019
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Fragen zur Stromabsicherung und Geräteleistung

Beitrag von Hardwired2019 » 16.04.2019, 12:57

Guten Tag,

ich möchte eine Klimaanlage in meiner Eigentumswohnung von einer Fachfirma einbauen lassen. Genehmigung liegt vor, das Außengerät wird im Balkon im nicht sichtbarem Bereich installiert.
Ich würde mich freuen, wenn ich hier ein paar unabhängige Meinungen von den Experten aus dieser Community zu folgende 3 Punkte bekommen kann (jeder Händler erzählt mir dazu was anderes).

1) Ist für den Einbau einer 3,5KW Anlage ein "unabhängiger / separat abgesicherter" Stromkreis erforderlich? Das habe ich nämlich nicht und wäre zu aufwendig umzusetzen, deswegen würde ich die Klimaanlage auf den gleichen Stromkreis installieren wo ich folgendes noch habe: 3 elektrische Rolladen + TV/Router/Audioverstärker.

2) Alternativ: Ist für den Einbau einer 2,5KW Anlage ein "unabhängiger / separat abgesicherter" Stromkreis erforderlich? (da waren sich alle einig das es nicht erforderlich ist).

3) Wie viel m2 kann man aus Eurer Erfahrung mit 2,5KW und 3,5KW abkühlen? Es gibt viele Rechner im Internet die das berechnen, aber ich würde gerne ein paar Hinweise aus der Praxis bekommen. Meine Wohnung ist relativ gut gedämmt (10 Jahre alt) und ich habe überall Rolladen die ich tagsüber runterfahren kann. Allerdings müsste ich mit der Anlage ca. 100m2 kühlen...

Generell gilt: Ich kann baubedingt nur 1 Außen- und Innengerät für die komplette Wohnung installieren.

Besten Dank für Eure Hilfe und Hinweise.
Alle Beiträge sind sehr interessant.

PS: Sorry für die Grammatik/Schreibfehler

aargau
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Re: Fragen zur Stromabsicherung und Geräteleistung

Beitrag von aargau » 16.04.2019, 13:57

zu 1) zwingend notwendig ist ein eigener Stromkreis / Absicherung nicht. Jedoch braucht der Kompressor beim Starten einen sehr hohen Strom und das kann eben dann recht eng werden wenn da noch anderer kram dran hängt.
Ich selber habe meine Klima (5kW) momentan auch am gleichen Stromkreis wie der ganze Raum hängt und der ist mit 10A abgesichert -> läuft selbst im Heizbetrieb problemlos. Bei mir wird dies jedoch früher oder später geändert.

2) siehe 1 - bei mir läuft es selbst mit einer 5kW Anlage - wie gesagt, problematisch ist nicht die normale Stromaufnahme sondern die Einschaltströme.

3) kann ich dir nicht sagen - ich habe bei mir für 50m2 eine 5kW Anlage installiert, jedoch Dachstock und noch keine Erfahrungen. in der Wohnung nutzt ich eine 3.5kW für 30m2, das reichte dicke.

Jens Meyer
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Re: Fragen zur Stromabsicherung und Geräteleistung

Beitrag von Jens Meyer » 16.04.2019, 14:03

aargau hat geschrieben:
16.04.2019, 13:57
Jedoch braucht der Kompressor beim Starten einen sehr hohen Strom
Die modernen Inverter brauchen keinen besonders hohen Anlaufstrom mehr.

Ich kann mit meiner 2,0-kW-Anlage über 160 m² kühlen. Die Grundfläche ist aber nicht das entscheidende Kriterium. Meine Anlage ist übrigens einzeln abgesichert mit 6 A.

gnampf
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Re: Fragen zur Stromabsicherung und Geräteleistung

Beitrag von gnampf » 16.04.2019, 15:21

zu 1) wie Jens Meyer schon schreibt, der hohe Strom ist bei den Inverteranlagen Vergangenheit, die haben alle automatisch einen "Sanftanlauf". Das spielte hauptsaechlich bei den On/Off-Geraeten eine Rolle. Aber selbst da sind die restlichen angeklemmten Sachen wohl Wurscht. Und statt einer hoeheren (oder eben eigenen) Absicherung haette da auch eher ein C- statt einem B-Automaten geholfen, der etwas hoehere Startstroeme akzeptiert.

zu 3) entscheidend ist wohl erstmal ob die 100qm ein einzelner Raum sind (was ich bezweifel), oder es sich um mehrere einzelne Raeume handelt. Die Verteilung auf mehrere Raeume wird nie optimal... um zu sagen wie schlecht sie wird brauchts wohl mal einen Grundriss, und auf jeden Fall natuerlich dauerhaft offene Tueren.

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Re: Fragen zur Stromabsicherung und Geräteleistung

Beitrag von Hardwired2019 » 16.04.2019, 15:44

Vielen Dank für die Antworten!
Ich sehe es gibt unterschiedliche Lösungen bei Euch zum Thema Stromkreislauf / Absicherung.

Vielleicht hätte ich es anders formulieren sollen. Kennt Ihr gesetzliche Vorschriften die vorgeben wie der Anschluss dieser Geräte hinsichtlich Stromkreisläufe / Absicherung zu erfolgen hat? Vielleicht ist es abhängig von der KW-Zahl der Geräte... Wie gesagt, jede Firma erzählt mir was anderes.

Zum Thema Grundriss, lade ich es hoch. Es sind insgesamt ca. 103m2 wenn man alles zählt. Aber ich könnte zur Not wenn es nicht anders geht auf die Kühlung einzelner Räume verzichten und die Türen da geschlossen halten.
Grundriss.pdf
Besten Dank nochmal für Eure Kommentare.
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Re: Fragen zur Stromabsicherung und Geräteleistung

Beitrag von hoschi » 16.04.2019, 16:40

Also das WZ bekommst du kühl...aber das wars dann auch leider schon...
Wegen Absicherung kann ich dir leider kein "Gesetzt" nennen....

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Re: Fragen zur Stromabsicherung und Geräteleistung

Beitrag von Dj Ninja » 16.04.2019, 16:56

Heutige "Sicherungen" heißen nicht umsonst "Leitungsschutzschalter". Heißt, Du sicherst damit den Stromkreis nach der maximal zulässigen Belastung der Leitung ab, nicht nach der tatsächlichen Stromentnahme durch ein Gerät. Die dafür zuständigen Sicherungen wie z.B. ein Motorschutz usw. sollten sich im angeschlossenen Gerät befinden und haben mit dem Stromkreis, an dem sie angeschlossen sind, nicht viel zu tun.

Rolladenmotoren, TV/Audio am gleichen Stromkreis sollten unproblematisch sein. Schlimmstenfalls fängst Du Dir Audio-Störungen während des Betriebs oder Einschalten der Klima ein, aber dem Stromkreis ansich ist das völlig egal.

Wenn Du da 1,5mm² Kupfer gelegt hast, dann 16A LS rein, von mir aus auch C wenn ein B beim Einschalten des Verdichters nicht stehenbleibt und alles wird gut.

Bedenke auch, daß eine Klimaanlage, die 3,5kW Kälte leistet, keine 3,5kW Strom sehen möchte. Zumindest nicht wenn sie in Ordnung ist, dann sollten so 1000W bis 1200W maximal locker ausreichend sein. Die 3,5kW Kälte sind die thermische Leistung, nicht die elektrische.

Ansonsten kann ich Dir auch nicht so viel helfen, meine ProntoKalt hat 3x25A Schraubsicherungen.

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Re: Fragen zur Stromabsicherung und Geräteleistung

Beitrag von gnampf » 16.04.2019, 17:52

ich würde auch sagen das du dir alles außer das Wohnzimmer abschminken kannst wenn du nur eine Inneneinheit montierst, erstrecht mit dem Montageort der Inneneinheit. Dafür ist das ganze zu geschlossen und noch dazu verwinkelt. Bleibt vermutlich nur durch den Flurund Küche oder Wohnzimmer Leitungen zu den Zimmern zu ziehen wenn keine weiteren Außengeräte genehmigt werden und kein Dachoden genutzt werden kann für die Leitungen.

Rechtliche Vorschriften die den elektrischen Anschluß so verhindern würden gibts keine. Rechtlich könntest du auch eine 200kW-Klima da anklemmen. Würde nur kein Elektriker machen weil von vornherein bekannt ist das sowas nicht funktioniert. Inverterklima in der angegebenen Leistungsklasse ist bei einem B16 aber kein Problem, auch nicht mit den anderen Verbrauchern zusammen. Meine beiden Außeneinheiten haben meine ich irgendwas um 8,8kW zusammen und hängen an einer gemeinsamen Leitung mit einem B16. Elektrische Leistung sind keine 3kWel nötig, 3,6kWel wären möglich als Dauerleistung.

DJ Ninja:
wozu hat deine ProntoKalt denn Sicherungen, ich dachte die läuft eh nicht? ;-)

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Re: Fragen zur Stromabsicherung und Geräteleistung

Beitrag von warumnicht » 16.04.2019, 23:20

Am besten wäre es, wenn die Inneneinheit Richtung Ankleide ausbläst.
Aber angenehm kühl wird es in den Räumen m. M. nicht werden - und vor allem nicht auf die schnelle.
Bringt ja nichts, wenn man im Wohnzimmer friert, nur um etwas Kälte in die anderen Räume zu bringen.

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Re: Fragen zur Stromabsicherung und Geräteleistung

Beitrag von hoschi » 17.04.2019, 08:05

Glaube, das wird von der Breite sehr eng werden...aber besser wäre es.

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Re: Fragen zur Stromabsicherung und Geräteleistung

Beitrag von Nobsi » 17.04.2019, 09:28

Hardwired2019 hat geschrieben:
16.04.2019, 15:44
Vielleicht hätte ich es anders formulieren sollen. Kennt Ihr gesetzliche Vorschriften die vorgeben wie der Anschluss dieser Geräte hinsichtlich Stromkreisläufe / Absicherung zu erfolgen hat? Vielleicht ist es abhängig von der KW-Zahl der Geräte... Wie gesagt, jede Firma erzählt mir was anderes.
Moin

Die gibt es auch nicht. Es bleibt dir überlassen wie du deine elektrischen Verbraucher anschließt. Lediglich der LSS muss zum Leitungsquerschnitt passen.

Üblicherweise LSS 16A, Leitungsquerschnitt 1,5 mm², max. Belastung 3680 Watt, bzw. 16 Ampere. Wird der Stromverbrauch zu hoch, löst der LSS halt aus.

Mir persönlich wäre die max. Belastung als Dauerbelastung allerdings zu hoch.

Im Schlafzimmer kommt von der Kälte absolut nichts an, kannst du vergessen.

Gruß
Nobsi
3 x 2,5 kW Panasonic ETHEREA R410A

1 x CS-E9PKEW Inneneinheit / CU-E9PKE Außeneinheit, seit 2013
2 x CS-E9QKEW Inneneinheit / CU-E9QKE Außeneinheit, seit 2018

Und eine TCL 2,5 kW als Reserve im Keller. :P

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Re: Fragen zur Stromabsicherung und Geräteleistung

Beitrag von Jens Meyer » 17.04.2019, 10:47

Nobsi hat geschrieben:
17.04.2019, 09:28
Die gibt es auch nicht. Es bleibt dir überlassen wie du deine elektrischen Verbraucher anschließt. Lediglich der LSS muss zum Leitungsquerschnitt passen.
Ganz so einfach ist es nicht, auch wenn es häufig so gemacht wird. Entscheidend ist auch die Leitungslänge und die Verlegeart. In der Regel ist man auf der sicheren Seite, wenn man mit 13 A oder 10 A absichert. Bei Lichtstromkreisen dürfen es meistens nur 10 A sein, da die üblichen Schalter nur dafür ausgelegt sind.

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Re: Fragen zur Stromabsicherung und Geräteleistung

Beitrag von Dj Ninja » 17.04.2019, 11:13

Ich hoffe dafür hast Du auch Belege, denn meine Lichtstromkreise sind alle mit B16-Automaten abgesichert und ich denke nicht, daß das gegen die Vorschriften verstößt.

Über die Normen streiten sich die Geister, im Allgemeine sieht's eher so aus, daß ein Haushaltsstromkreis 10A Dauerlast tragen können muß und 16A für maximal eine Stunde, ohne daß es zu einer übermäßigen Erwärmung der Steckdose oder Kabel kommen darf. In der Praxis macht der Billigschrott aus dem Baumarkt und die billige Mehrfachsteckdose vom Lebensmitteldiscounter-Grabbeltisch bereits viel früher Probleme. Da hat man Glück, wenn auf Dauer 1200W getragen werden, ohne daß was heiß wird.

Bei mir in der Bude durfte ich bereits zwei Steckdosen austauschen, die haben ein einfacher Wasserkocher und die Waschmaschine zugrunde gerichtet. Die waren so billig verarbeitet, daß diese ach so tolle schnell-schnell-huschi-pfuschi Klemmverbindung zum Heizelement mutierte und das ganze binnen Minuten so heiß wurde, daß die Isolation des Kabels nachhaltig beschädigt wurde, deutliche Verfärbungen der Steckdose auftraten und sich das Plastik aus dem Inneren der Steckdose über die Stecker-Kontakte ergoss. Das war nur mit großer Mühe wieder auseinander zu bekommen und den Stecker zu reinigen war auch kein Spaß.

Leider gibts heute keine echten Verschraubungen in Steckdosen oder Verteilerdosen mehr. Alles nur noch geklemmt, mit entsprechendem Ergebnis. Wenn man billige Klemmverbinder benutzt, weil die echten Wago einen Euro zu teuer sind, hat man ähnliche Probleme. Auch der Müll brennt gerne weg und beim Zusammenbau darf man bloß nicht an den Kabeln wackeln, weil die sonst wieder aus den Klemmen rutschen. Ich halte davon überhaupt nichts und will auch nicht wissen, wieviele Wohnungsbrände schon an solchen Klemmverbindern gelegen haben - oder an Steckdosen, bei denen die Kabel nur geklemmt und nicht mehr verschraubt waren wie früher.

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Re: Fragen zur Stromabsicherung und Geräteleistung

Beitrag von Nobsi » 17.04.2019, 11:58

Jens Meyer hat geschrieben:
17.04.2019, 10:47
Nobsi hat geschrieben:
17.04.2019, 09:28
Die gibt es auch nicht. Es bleibt dir überlassen wie du deine elektrischen Verbraucher anschließt. Lediglich der LSS muss zum Leitungsquerschnitt passen.
Ganz so einfach ist es nicht, auch wenn es häufig so gemacht wird. Entscheidend ist auch die Leitungslänge und die Verlegeart. In der Regel ist man auf der sicheren Seite, wenn man mit 13 A oder 10 A absichert. Bei Lichtstromkreisen dürfen es meistens nur 10 A sein, da die üblichen Schalter nur dafür ausgelegt sind.
Moin

Stimmt, Leitungslänge muss auch berücksichtigt werden. Ich habe meine drei Anlagen von der UV an einen extra 16A Stromkreis mit Stromzähler angeschlossen. Du hast ja den gleichen Zähler.

Gruß
Nobsi
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Und eine TCL 2,5 kW als Reserve im Keller. :P

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