Leute, ihr strapaziert meine Nerven. Aber echt.
Könnt Ihr, statt nach dem Seitenbetreiber zu rufen, nicht einfach Ruhe geben?
Jeder hat hier seine eigene Schreibe, ein paar User dabei eine sehr "ausgeprägte".

Genießt diese Vielfalt, aber reitet nicht weiter darauf herum. Das meine ich jetzt Ernst. Kein Fingerpointing mehr!

Die Zeit letztes Jahr im Herbst, in der ich das Forum mal ein paar Wochen vom Netz genommen habe, war eine Wohltat für mich.
Wenn sich das hier nicht bessert, werde ich mir wieder mal eine Auszeit nehmen.

Gruß
Thomas

.. wenn man das gelesen und akzeptiert hat, kann man es oben rechts wegklicken

Austausch von R-1234yf gegen ein weniger toxisches KM

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bennisg
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Re: Austausch von R-1234yf gegen ein weniger toxisches KM

Beitrag von bennisg » 08.11.2020, 13:33

Guglhupf hat geschrieben:
07.11.2020, 02:09


https://www.vrec-co.com/spd/5852/Refrig ... ment-370gr

https://www.vrec-co.com/Recharge-set-for-vehicles


damit sollte es ja funktionieren. Schicken die einem eine Anleitung mit? Briefwage dürfte am Ende auch nicht so teuer sein und ist das evakuieren einer R1234yf Anlage irgendwie besonders teuer oder kann ich da einfach den Druck in die Umwelt ablassen? Hat doch schließlich den viel beworbenen GWP von unter 1 . Dabei natürlich nicht rauchen und das Auto sollte nicht gerade von der Autobahn kommen.

Denkfehler?

Wie sieht es mit der Kühlleistung aus und dürfte einem eine Werkstatt sowas offizielle als Ersatzmittel für R12 oder R134a einfüllen?
Ich vermute mal ganz ganz schwer, dass das Zeug in den Dosen Propan/Butan ist.
Getreu dem Motto R134a = R12 = R1234yf = R290/R600 (60:40). Diese Kältemittel sind ja bekanntermaßen austauschbar, vor allem was volumetrische Kälteleistung sowie Drucklage betrifft. Lediglich die chemische Verträglichkeit mit Öl und Dichtungen sowie das Umweltverhalten sind unterschiedlich.

Wenn du kannst ein anderes KM reinfüllen, musst dich dann aber nach den Betriebsdrücken richten. Deshalb ist bei der Dose ein Manometer dabei. Hinsichtlich der Füllmengen in kg unterscheiden die genannten KM sich ganz erheblich (1kg R134a wird ersetzt mit ca. 0,5 kg R290/R600).

Wenn man ein anderes Kältemittel in die KFZ Klima füllt, so sollte damit direkt die Betriebserlaubnis erlöschen. Das nur am Rande.

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Re: Austausch von R-1234yf gegen ein weniger toxisches KM

Beitrag von gnampf » 09.11.2020, 11:56

...wie Motoröl ohne Freigabe einzufüllen. Der Hersteller sieht es nicht gern, aber es macht auch nichts und viel hängt da auch wieder von Lizenzen ab. Ich breche damit jedoch keine Gesetze, genauso ist das ja mit dem Kältemittel.
das stimmt so nicht. Sowohl beim falschen Motoröl als auch beim falschen Kältemittel verliert das Fahrzeug prinzipiell erstmal seine Zulassung, da beides umweltrelevant ist. Das falsche Motoröl kann z.B. zu einem erhöhten Verbrauch führen und zu verändertem Schadstoffausstoß, und damit wäre ein neues Abgasgutachten fällig. In der Praxis fehlts da halt einfach an den Nachweismöglichkeiten... denn zu jeder HU noch eine Ölanalyse wäre doch recht übertrieben. Bei der Klima ist das Spiel ähnlich, das neue Kältemittel kam ja nicht auf Wunsch der Autohersteller zum Einsatz, die wären bei R134a geblieben, sondern weil die Politik eine neue Typzulassung mit dem "hohen" GWP nicht mehr erteilt.

Und das Zeug einfach in die Umwelt abblasen geht mal absolut gar nicht! Egal wie "klein" der GWP ist. Und bei so einem Sauzeug dann erstrecht nicht. Also gefälligst absaugen und anständig entsorgen lassen, sowie evakuieren. Befüllen wird man dir die Anlage natürlich nicht mit was anderem als dem zugelassenen. Durch einfach abblasen wäre die Anlage auch nicht evakuiert, da wäre immer noch das brennbare Zeug drin.

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Re: Austausch von R-1234yf gegen ein weniger toxisches KM

Beitrag von bennisg » 09.11.2020, 12:59

Sofern man tatsächlich ein fremdes KM einfüllt, so sollte man das eigentlich auch vorne im Motorraum dokumentieren. Früher oder später kommt selbst die älteste gebrauchte Karre dann doch mal wieder an irgend ein Klima Servicegerät und dieses zieht dann -wie die Dinger halt so arbeiten- das falsche Kältemittel raus, mischt es in seiner Flasche mit originalem und füllt anschließend die Mischung dann zurück ins KFZ. In der Flasche des Servicegerätes verbleibt dann ein guter Teil des falschen Kältemittels und versaut da die gute Ware.
Unwissend füllt der gute KFZ-Klima-Fuzzi dann die wilde Mischung in die nächsten 10 bis 20 KFZ, die er wartet.

Das darf und sollte man keiner KFZ-Werkstatt (und den folgenden Kunden) antun. Man kann ja darüber nachdenken, in die eigene gebrauchte alte Karre Propan/Butan rein zu füllen, vermutlich macht die Klima das mit. Dann aber auf EIGENES technisches Risiko, ohne fremde da mir rein zu ziehen.

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Re: Austausch von R-1234yf gegen ein weniger toxisches KM

Beitrag von Gromo » 09.11.2020, 23:29

@bennisg
Da unterstellst dass der KFZ Mechatroniker mit Zusatzschulung am Klimaservicegerät
a) lesen kann, das auch tut und auf die kleinen Zettelchen im Motorraum achtet
b) weiß, dass es unterschiedliche Kältemittel gibt
c) mehr kann, als am Servicegerät auf den Knopf zu drücken.
Wenn's nicht funktioniert, kann man immer noch mit dem Hammer draufhauen und behaupten, das war schon so, das kann man nicht mehr reparieren!

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Re: Austausch von R-1234yf gegen ein weniger toxisches KM

Beitrag von Lger » 10.11.2020, 08:39

@Gromo:
Wie würdest du bei analogen Unterstellungen bei HVAC-Mechatronikern mit Zusatzschulung am KFZ (Lesen und "mehr" können?) reagieren?

Anderen eine Chance zu geben, ist nicht unsinnig, IMHO.

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Re: Austausch von R-1234yf gegen ein weniger toxisches KM

Beitrag von Spezialwidde » 10.11.2020, 10:05

Wer R1234yf drin hat (nur um diesen Fall geht es) und dieses ersetzt braucht keine Angst zu haben dass das richtige Servicegerät dafür falsche Kältemittel rückgewinnt. Die erkennen das abgesaugte Kältemittel und brechen den Absaugvorgang ab. Andere Geräte gibt es nicht auf dem Markt. Von daher eine unbegründete Annahme.

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Re: Austausch von R-1234yf gegen ein weniger toxisches KM

Beitrag von martin_w » 10.11.2020, 12:23

D.h. man muß aber eventuelles Service oder Nachfüllen von R134a ab dann immer selbst machen, weil die Anschlüsse ja nicht für ein reguläres R134a Servicegerät passen. Oder die Adapter immer mit haben. Die wenigsten Werkstätten werden die vor Ort haben.

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Re: Austausch von R-1234yf gegen ein weniger toxisches KM

Beitrag von bennisg » 10.11.2020, 13:05

Spezialwidde hat geschrieben:
10.11.2020, 10:05
Wer R1234yf drin hat (nur um diesen Fall geht es) und dieses ersetzt braucht keine Angst zu haben dass das richtige Servicegerät dafür falsche Kältemittel rückgewinnt. Die erkennen das abgesaugte Kältemittel und brechen den Absaugvorgang ab. Andere Geräte gibt es nicht auf dem Markt. Von daher eine unbegründete Annahme.
Na, es gibt doch einige, die in ihre R134a Anlage einfach LPG 60/40 rein packen. Das läuft super und das erkennt von außen kein Mensch.
Kommt die Karre dann doch nochmal in eine Werkstatt und landet am Servicegerät..... zack ist dessen R134a vermischt und versaut.



Gromo hat geschrieben:
09.11.2020, 23:29
@bennisg
Da unterstellst dass der KFZ Mechatroniker mit Zusatzschulung am Klimaservicegerät
a) lesen kann, das auch tut und auf die kleinen Zettelchen im Motorraum achtet
b) weiß, dass es unterschiedliche Kältemittel gibt
c) mehr kann, als am Servicegerät auf den Knopf zu drücken.
Naja, getreu dem Motto „Ich habs gesagt! Ich hab drauf hingewiesen....!“
Aber klar, einfach nur ein Aufkleber irgendwo, der reicht da nicht. Da muss schon etwas auffälliges her. Z. B. ein Kabelbinder über den Serviceanschluss, mit samt Schildchen und Hinweiß, so dass „er“ drüber stolpern muss.

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Re: Austausch von R-1234yf gegen ein weniger toxisches KM

Beitrag von Gromo » 10.11.2020, 19:44

@Lger
Drei Jahre Ausbildung zum Mechatroniker Kälte- Klima mit 1,5 Tagen Berufsschule pro Woche gegen eine 2 Tägige Schulung auf das Servicegerät vom Hersteller desselben. Noch Fragen?
Als bei meinem letzten Wagen noch in der Garantie nach zwei Jahren der Klimakühler weggerottet war, weil der technische Einkauf an der Alulegierung gespart hatte, hat mir der freundliche Vertragshändler zwar einen Neuen eingebaut, dabei aber übersehen, dass der neue Kondensator keinen Sammler mehr angebaut hatte und hat mir deshalb die Anlage hemmungslos überfüllt, was im Sommer immer zu HD-Störungen führte. Die hatten noch nicht mal ihre eigenen Servicebulletins gelesen und als ich den Servicemitarbeiter darauf hingewiesen habe (unter Nennung der Bulletinnummer) wusste der nicht einmal, was ein Sammler ist und beharrte darauf, dass er soviel einfüllen musste, wie auf den Aufkleber am Chassis genannt wurde. Eine Manometerbatterie hatte der Mann noch nie in seinem Leben gesehen, die von seinem OBD-II- Diagnosegerät angezeigten Werte für HD, ND, To und Drehzahl konnte er nicht interpretieren. Nach einer halben stunde Diskussion inzwischen auch mit den Werkstattmeister und dem "Klimaspezialisten" habe ich dann aufgegeben und zuhause die überzählige Menge in meine Vorratsflasche gedrückt. Und das war noch die besserer von zwei zur Auswahl stehenden Werkstätten.
Verstehe mich nicht falsch, aber die fleißigen Leute in der KFZ Werkstatt haben nicht den Hauch einer Chance, mit dem bisschen Fachwissen, was ihnen vermittelt wird einen Fehler zu finden. Das was da in der Klima passiert ist für die Jungs im wesentlichen Voodoo. Wenn das Gewinde passt, wird das Klimaservicegerät angeschlossen, auf den Knopf gedrückt und solange getan was es sagt, bis es am Ende pling macht und grün zeigt.
Wenn's nicht funktioniert, kann man immer noch mit dem Hammer draufhauen und behaupten, das war schon so, das kann man nicht mehr reparieren!

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Re: Austausch von R-1234yf gegen ein weniger toxisches KM

Beitrag von coolman » 12.11.2020, 15:10

bei einer solchen Aktion, die ohne Zustimmung des Herstellers erfolgt, müsste die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs erloschen sein.
von Nix ´ne Ahnung, aber davon ganz viel

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Re: Austausch von R-1234yf gegen ein weniger toxisches KM

Beitrag von martin_w » 13.11.2020, 08:04

Das würde vielleicht bei einer "unerlaubt" eingefüllten Propan Butan Mischung und einem daraus resultierenden verstärkten Brand relevant werden. Allerdings würde wohl kaum jemand bei einem Unfall nachsehen, warum es zuwenig giftige Gase gegeben hat, wenn R134a drin ist.

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