Autogas anstelle R134a (ist verboten)

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Re: Autogas anstelle R134a (ist verboten)

Beitrag von Gromo » 30.03.2019, 20:14

Natürlich hast du recht, dass man die Füllmengen von R134a auf R290 umrechnen muss.
R134a wiegt ca. 1,25kg/l
R290 ca. 0,8
als muss das Füllgewicht auf 3/5 reduziert werden 700gr -> 420gr
Wenn's nicht funktioniert, kann man immer noch mit dem Hammer draufhauen und behaupten, das war schon so, das kann man nicht mehr reparieren!

wodipo
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Re: Autogas anstelle R134a (ist verboten)

Beitrag von wodipo » 19.05.2019, 14:28

https://www.youtube.com/watch?v=RIg_BHRvnIU

Nach soviel uberschwenglichem "Geschwafel" über Autogas des"Nagel Service" habe ich die Probe auf's Exempel gemacht. Und vorab: Es funktioniert nicht ! Siehe auch oben.

Ein Ford Focus Bj.2003 befüllt mit Autogas, mühselig mit allen möglichen Adaptern und Diagnosemontur abgezapft aus meinem Wohnmobil mit Gastank (Getankt im Sommer, also "Sommermischung" vermutlich LPG 60/40 ). Nachdem sich schon das Umfüllen als problematisch herausgestellt hat, habe ich den ganzen Gastank ausgebaut und damit die Klimaanlage versucht zu befüllen. Erst Vacuum gezogen, dann bei 15°C Aussentemperatur befüllt. Ergebnis: Der Systemdruck liegt nur bei ca. 2,5 Bar und der Druckschalter spricht (noch) nicht an. Also bleibt der Kompressor aus, die Magnetkupplung zieht nicht an. Dann auf höhere Aussentemperaturen gewartet. Bei ca. 20°C springt jetzt der Kompressor für ein paar Sekunden an und schaltet sich dann wieder aus. Der Hochdruck steigt auf 4-5 Bar. Das reicht natürlich nicht. Dann versucht weiteres Autogas ansaugen zu lassen aus einer 1kg Mehrwegflasche gefüllt mit ca. 300g Autogas. Doch nichts passiert. Im Schauglas ist auch kein verflüssigtes "Kältemittel"/Autogas zu erkennen, wenn die Armatur auf Befüllen gesetzt ist. Fazit : Ein Satz mit X und nur heisse Luft.
Als Gegenprobe die Anlage mit R134a befüllt. Niederdruck bei ca.3,5 Bar, im Schauglas der Montur flüssiges, sprudelndes Kältemitte zu erkennen, alles einwandfrei und so wie man es erwartet. Wenn da nicht der horrende Preis, und die Schwierigkeit R134a zu bekommen. wäre. Vielleicht weiss jemand etwas dazu, warum es nicht geht.
Zuletzt geändert von wodipo am 19.05.2019, 18:17, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Autogas anstelle R134a (ist verboten)

Beitrag von Pluto25 » 19.05.2019, 15:15

Vermutlich war der Tank schon soweit leer das fast nur noch Butan drin war. Bei 15° sollten so 5-7Bar da sein. Oder gasförmig gefüllt?

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Re: Autogas anstelle R134a (ist verboten)

Beitrag von Hightech » 19.05.2019, 20:49

Man muss das LPG schon reindrücken, von selber geht das nicht rein. Ich habe es direkt flüssig reingedrückt. Also Flasche Überkopf und auf 60Grad gebracht.
HD Seite geht im Leerlauf auf 12 Bar, die ND Seite sinkt erst bei >3000 Umin unter 2,5Bar.

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Re: Autogas anstelle R134a (ist verboten)

Beitrag von zeotrop » 20.05.2019, 17:25

Im Autoklima funktioniert ein Gemisch aus R-290 52% und R-600a 48% (Masseprozent) recht gut, heißt R-436B und ist ein Drop-In Ersatz. Es gibt einen Artikel vom Umweltbundesamt dazu wie viele Australier das Zeug im Auto fahren ( > 1.000.000 ). Rein technisch passt das für die typischen Temperaturen bei Autoklima sehr gut als Ersatz für R-12 und R-134a. Die Firma Lemy in Korea bewirbt das als generelle Lösung für Autoklima. Wichtig beim Selbermischen ist die Reinheit von den Zutaten, ich verwende 99.5 (2.5) Propan und Isobutan. Füllmenge, mit 50% anfangen und bei Ausblas -11/12 ist die Anlage voll.

Im Autogas sind jede Menge andere Sachen mit drin, auch Wasser und Schwefel. Das zerlegt nach ein paar Jahren das Alu-Rohrsytem oder den Verdichter. Aber für eine Weile wird das natürlich funktionieren wenn die Drucklage stimmt. Wenn die Drucklage zu niedrig ist, geht der Verdichter relativ schnell kaputt.

Und da bleibt noch die Versicherungsfrage ...

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Re: Autogas anstelle R134a (ist verboten)

Beitrag von Hightech » 20.05.2019, 20:09

Wenn die Drucklage zu niedrig ist, geht der Verdichter relativ schnell kaputt.
Warum dieses?

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Re: Autogas anstelle R134a (ist verboten)

Beitrag von Spezialwidde » 20.05.2019, 20:22

Hightech hat geschrieben:
20.05.2019, 20:09

Warum dieses?
Es kommt auf den Differenzdruck an, also den Unterschied zwischen Saug und Druckseite, ist die zu gering brechen die Ventilplatten der Druckseite schnell ab. Einfach weil sie mangels Gegendruck nicht schnell genug zurückfedern und weiter auslenken. Desweiteren bedingt dieser Zustand in der Regel auch auch eine mangelnde Schmierung. Je nach Gasmischung, va mit zuviel Butan kann das schon passieren, das lässt sich quasi zu leicht verflüssigen, gerade an weniger heißen Tagen. Dann nähren sich HD und NDzuweit an. Hat man dazu auch noch einen auf Leistungsbedarf regelbaren Kompressor, der ja anhand des Anlagendrucks seine Förderleistung anpassen kann (er versucht einen konstanten Saug- und damit Verdampferdruck aufrecht zu erhalten durch Verändern des Hubvolumens) hat man verloren, solche Anlagen kann man nur gescheid mit dem richtigen Kältemittel betreiben weil das sonst alles spinnt, alte R12 Anlagen mit simpler Magnetkupplung sind da weniger zickig. Vielleicht klappts deshalb beim Kollegen Wodipo nicht. Würde ich jedenfalls stark vermuten.

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Re: Autogas anstelle R134a (ist verboten)

Beitrag von Hightech » 20.05.2019, 20:35

Danke für die Erklärung.

Bei mir pendelt die HD Seite von 10-15Bar und die ND Seite von 2-4 Bar, hängt mit der Drehzahl zusammen. Der alte FordFocus hat MagnetKupplung.

Kann es sein, das meine Anlage ein Problem hat:
Die Kühlleistung hat im Laufe der Fahrt nachgelassen und nacher ist bestimmt 1-2 Liter Wasser unterm Auto gewesen.
Worauf kann denn das hinweisen?

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Re: Autogas anstelle R134a (ist verboten)

Beitrag von Spezialwidde » 20.05.2019, 20:42

Hightech hat geschrieben:
20.05.2019, 20:35
Die Kühlleistung hat im Laufe der Fahrt nachgelassen und nacher ist bestimmt 1-2 Liter Wasser unterm Auto gewesen.
Worauf kann denn das hinweisen?
Klarer Fall: Verdampfertemperatur zu gering und das führt zur Reifbildung. Das darf nicht sein, das Wasser muss flüssig bleiben damit es auch abläuft. Das Eis setzt aber die Lamellen zu, es kann keine Luft mehr durch und die Kühlleistung muss zwangsläufig nachlassen. Nach dem Abstellen taut der Reif schnell ab und setzt in kurzer Zeit entsprechende Tauwassermengen frei die dann ablaufen. Ich denke das kann man sich vorstellen.
Das ist eben das Problem mit Ersatzkältemitteln, so einfach ist das nicht. Die Kältemitteleinspritzung ist ja auch ein geregeltes Expansionsventil und so etwas muss auf die Kältemitteleigenschaften angepasst sein (oder man passt eben das Ersatzkältemittel an aber das ist oft nur eingeschränkt möglich). Auch dieses Regelorgan nimmt sich Druckwerte neben der Teperatur als Regelgröße. Das Ventil weiß ja nicht dass neues Gas kommt, dem hat man in der Fabrik gesagt was kommen soll :lol:

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Re: Autogas anstelle R134a (ist verboten)

Beitrag von Hightech » 20.05.2019, 21:19

Hmm, dann muss ich einen Fühler an den Verdampfer basteln, der bei unter Null Grad den Kompressor wegschaltet.

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Re: Autogas anstelle R134a (ist verboten)

Beitrag von Hightech » 20.05.2019, 21:36

Die Frage ist, hab ich zu viel Butan oder Propan drin?

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Re: Autogas anstelle R134a (ist verboten)

Beitrag von Pluto25 » 20.05.2019, 21:49

Das funktioniert normalerweise über eine Unterdruckabschaltung. Kältemittelmangel oder zu wenig Butan im Gemisch.

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Re: Autogas anstelle R134a (ist verboten)

Beitrag von zeotrop » 28.05.2019, 13:48

Wenn die Drucklage zu niedrig ist, geht der Verdichter relativ schnell kaputt.

Warum dieses?
Der Grund ist die Füllung im Expansionsventil, nicht die Ventile. Der Druck im Ventilfühler öffnet das Ventil und der Saugdruck in der Anlage schließt das Ventil. Diese beiden Drücke müssen zueinander passen. Ist der Fühlerdruck zu hoch, sudelt dauernd Kältemittel durch zum Verdichter und verdünnt das Öl oder verursacht anderen Ärger. Ist der Anlagendruck zu hoch kommt nicht genug oder kein Kältemittel nach und z.B. der Verdampfer vereist. Schau mal auf einen standard TEV Ventilkopf, da steht oben immer ein Kältemittel drauf, manchmal auch 2 wenn die sehr gleiche Drucklagen haben. Propan und R22 z.B. passen untereinander weil die Druck/Temperaturkurven praktisch übereinanderliegen.

Die 52/48 (+-2%) Mischung passt so gut dass sie mit den meisten Auto AC's geradewegs funktioniert. Und die Mischung muss dafür stimmen, dann brauch man sonst garnix rumbasteln.

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Re: Autogas anstelle R134a (ist verboten)

Beitrag von Dj Ninja » 28.05.2019, 14:43

Netter Versuch das zu erklären, aber bei KFZ-Klimaverdichtern gibt es keine große Ölwanne auf der Saugseite wie bei 230/400V-Kapselverdichtern. Flüssiges Kältemittel gelangt also nahezu ungehindert in die Zylinder, die Flüssigkeitsschläge zerstören dann meistens die Ventilplatten oder den Kurbeltrieb.

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