So Leute,

nach ein paar Tagen Abstinenz stelle ich das Forum wieder online. Der Grund dafür wird vielen klar sein.
Der Ton in einigen Threads wurde unerträglich. Wenn ich gefühlt alles drei Monate mal eine Beschwerde wegen des Tonfalls bekam,
waren es in der ersten Augustwoche 10.... Zehn... echt jetzt ?

Ansage:
Wer Niveau für eine Hautcreme, Stil für den Griff eines Baseballschlägers oder Netiquette für ein Preisschild hält, wird mal ein Zeit lang auf "nur Lesen" mit handverlesener Freigabe der Beiträge gesetzt.
Das meine ich jetzt ernst. Wer damit nicht einverstanden ist: Im Profil kann jeder bei Bedarf seine gesamten Beiträge zu Erinnerung herunterladen und DSGVO-konform sein Profil löschen.

Ein Löschung der Beiträge kommt dabei nicht in Frage. Es wurde von jedem bei der Registrierung der entsprechende Passus abngenickt.
Ich habe im Netz genug Urteile gefunden, in denn eine ausreichende Schöpfungshöhe der Beiträge verneint wurde.
Eine geeignete Unterstützung habe ich bereits auch an der Hand: Advocard ist Anwalts Liebling!

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Was bis jetzt gewesen ist: Schwamm drüber
ich lade hiermit alle Beteiligten ein, wieder am regen Informationsaustausch auf Basis meines Anpfiffs im Forum teilzunehmen

Gruß
Thomas

Warum ist Taktung schlecht für Wärmepumpen?

bennisg
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Re: Warum ist Taktung schlecht für Wärmepumpen?

Beitrag von bennisg » 10.08.2018, 01:59

Jens Meyer hat geschrieben:
07.08.2018, 20:20
Bei meiner Toshiba steigt die Kälteleistung mit fallender Außentemperatur.

Bei 35 °C außen hat sie bei 23 °C innen eine Kälteleistung von 1,81 kW. Bei 30 °C sind es 1,93 kW, bei 25 °C 2,05 kW und bei 20 °C 2,16 kW.
Ja natürlich steigt die Kälteleistung. Mit einfachen Worten ausgedrückt: Weil die Anlage beim Pumpen der Wärme nicht so eine große Temperaturdifferenz überwinden muss. Je geringer die Differenz, desto höher die Leistungszahl/Wirkungsgrad. Das gilt immer, egal ob eine Kältemaschine als "Wärmepumpe" oder als "Klimaanlage" betrieben wird. Die Kältemaschine transportiert die Wärmeenergie grundsätzlich entgegen des Temperaturgradienten, also genau in die Richtung, wo die Wärme von alleine "nicht hin will".
Je geringer diese Differenz, desto mehr kann die Pumpe pumpen. Damit steigt der Wirkungsgrad.

ABER: Ist die Differenz deshalb gerade mal klein, weil auf der Seite der Verdampfung das Temperaturniveau zu hoch ist, dann bekommt der Verdichter zu viel Druck. Deshalb kann meine TCL NICHT heizen, wenn es draußen über 31°C ist. Deshalb werden die Verdichter von Kühlhäusern überlastet, wenn das warme Kühlhaus angefahren wird (sofern kein TEV mit Mop verbaut ist, deshalb macht man das ja).

Zum Takten:
Das Starten eines Elektromotors ist grundsätzlich eine sehr starke Belastung für die Welle. Je größer der Motor, desto gefährlicher wird es für die Welle. Copeland Scroll schreibt für seine Verichter eine maximale Anzahl an Starts pro Stunde vor. Wenn ich mich gerade recht erinnere, sind maximal 4 Starts pro Stunde erlaubt.
Große Motoren müssen deshalb mit einer Anlaufsteuerung gestartet werden. Entweder ist das Stern/Dreieck, oder ein Anlasswiderstand oder heutzutage ein Frequenzumrichter. Langsames Hochfahren ist aber auch scheiße für Maschinen, weil man sich dann unter Umständen lange im Bereich kritischer Frequenzen (Resonanz) befindet. Ist also alles kacke.
Im Übrigen schreiben die EVUs normalerweise für Elektromotoren ab 3 kW zwingend eine Anlaufsteuerung vor. Nachzulesen in den TAB (Technischen Anschlussbedingungen des Elektrizitätsversorgungsunternehmens).

Außerdem kann es wohl zu Problemen mit dem Ölrücktransport kommen, wenn ständig der Verdichter aus geht. Je nachdem wie Leitungen verlegt sind, läuft das nämlich immer wieder weg vom Verdichter, statt dass es konstant (Dauerlauf) in Richtung Verdichter zurücktransportiert wird.

Ja und zum Wirkungsgrad während des Hochfahrens wurde oben ja schon was geschrieben. Der ist halt auch Mist, zu Beginn.

founder
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Re: Warum ist Taktung schlecht für Wärmepumpen?

Beitrag von founder » 10.08.2018, 17:42

bennisg hat geschrieben:
10.08.2018, 01:59
Zum Takten:
Das Starten eines Elektromotors ist grundsätzlich eine sehr starke Belastung für die Welle. Je größer der Motor, desto gefährlicher wird es für die Welle. Copeland Scroll schreibt für seine Verdichter eine maximale Anzahl an Starts pro Stunde vor. Wenn ich mich gerade recht erinnere, sind maximal 4 Starts pro Stunde erlaubt.
Muß ja eine extrem miserable Planung sein, dass man auf 4 mal pro Stunde kommt. Einmal Starten pro Tag reicht doch bei einem Inverter System.

Wetter- und Solarstromvorhersage im Internet abholen.
Wärmebedarf für die nächsten 24 Stunden berechnen.
Ist die Solarstromprognose für den nächsten Tag sehr gering, Wärmespeicher maximal laden.

Kann der Wärmebedarf mit dem verfügbaren Solarstrom und Wärmepumpenleistung erledigt werden?
JA:
berechnen der erforderlichen Speichertemperatur,
berechnen mit welcher Leistung die Wärmepumpe arbeiten muss.

NEIN:
Bestmögliches Nutzen des verfügbaren Solarstroms.
Dann Flächenheizungen direkt über die Wärmepumpe.

Dj Ninja
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Re: Warum ist Taktung schlecht für Wärmepumpen?

Beitrag von Dj Ninja » 10.08.2018, 18:59

Also wenn Du es wirklich schaffst, mit der Taktung über 4 oder 6 Starts pro Stunde zu kommen, ist die Anlage wirklich superscheiße ausgelegt. Nicht mal meine ProntoKalt mit ihrem zu kleinen Rückkühler musste (wegen der Pausen zwischendurch zum Abkühlen des Kühlwassers) so oft gestartet werden. Ich hab vielleicht 2 Starts pro Stunde gemacht, hat für 23°C in der Bude gereicht.

Die Energieversorger mögen häufige Motorstarts auch nicht besonders, weil dies zu Störungen im Netz führt (beispielsweise Flackern von Licht). Manche Kunden mögen sowas nicht. Die Wellen der Motoren sind bei den Leistungen im Klima-Bereich auch nicht das Problem. Bei manchen Anlagen wo große Massen beschleunigt werden müssen (z.B. große Lüfter) laufen die Motoren mit deutlicher Überlastung an. Wenn man das zu oft bzw. zu schnell nacheinander macht, überhitzt die Wicklung.

Karli
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Re: Warum ist Taktung schlecht für Wärmepumpen?

Beitrag von Karli » 02.09.2018, 09:26

Vielen Dank für all eure Antworten. Nun ist mir einiges klarer.

Zählt eigentlich die Auftauphase einer Luft-Wärmepumpe auch als Taktung?

n1ux
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Re: Warum ist Taktung schlecht für Wärmepumpen?

Beitrag von n1ux » 07.10.2018, 23:14

Kann fast so gesehen werden da ja eine kurzfristige Kreislaufumkehr stattfindet, außer deine WP taut rein elektrisch ab, was jedoch sehr ineffizient wäre.

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