Wärmepumpe Wasser Ochsner

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bennisg
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Re: Wärmepumpe Wasser Ochsner

Beitrag von bennisg »

Die Sache mit dem Vereisen/Abtauen ist die eine Sache, weshalb die Pumpe mindestens +5°C Luft braucht. Das andere ist, dass bei niedrigeren Lufttemperaturen auch die Verdampfungstemperatur -und damit der Druck- abfällt, was zu einem höheren Verdichtungsverhältnis führt. Darunter leidet der Kompressor, also der Kolben. Das Öl könnte auch irgendwann leiden.

Schön ist, dass da ein Drehstrommotor verbaut ist. Der ist noch mal ne Ecke robuster als ein Wechselstrommotor mit Betriebskondensator.

Wenn die mal kaputt ist, würde ich die auch reparieren. Sofern der Verdichter drin bleibt, die Variante R134a mit 10% Butan. Wenn der Verdichter gewechselt wird, dann kann man ja auch direkt auf reines R134a umstellen; sämtliche Komponenten passen.

Was ist da drin? Ein Danfoss Verdichter?
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Gromo
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Re: Wärmepumpe Wasser Ochsner

Beitrag von Gromo »

Wahrscheinlich runter bis zu 11°C Raumtemperatur.
Nimm dir ein Thermometer und miss die Temperatur der angesaugten und der ausgeblasenen Luft. Die Differenz ist das Maß aller Dinge. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass die Verdampferoberflächentemperatur üblicherweise etwa 5 Kelvin unter die Ausblastemperatur "konstruiert" wurde kannst du die minimale Raumtemperatur ausrechnen, bei der der Verdampfer gerade noch nicht vereist.
Wenn's nicht funktioniert, kann man immer noch mit dem Hammer draufhauen und behaupten, das war schon so, das kann man nicht mehr reparieren!
maier1825
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Re: Wärmepumpe Wasser Ochsner

Beitrag von maier1825 »

@bennisg und Gromo: Danke für die hilfreichen Tipps.
Ich werde das versuchen mit den Temperaturmessungen. (Die letzten Tage hier hatte es 8-9 °C, die Pumpe hat bis jetzt noch super funktioniert)
Aber bennisg: Wie kommst du darauf dass da ein Drehstrommotor verbaut ist? Geht das auch mit 230V? Sorry für die blöde Frage.
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bennisg
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Re: Wärmepumpe Wasser Ochsner

Beitrag von bennisg »

maier1825 hat geschrieben: 06.10.2021, 19:24
Aber bennisg: Wie kommst du darauf dass da ein Drehstrommotor verbaut ist? Geht das auch mit 230V? Sorry für die blöde Frage.
Da steht doch drauf, 380 V 3Ph N. Das spricht dafür, dass die Anlage mit Drehstrom betrieben wird. Davor steht allerdings „220 V, 50 Hz“. Das hieße, die läuft nur mit (Einphasen-) Wechselstrom. Ich hatte das jetzt für die Steuerspannung gehalten. In den 380 V Drehstrom „stecken ja auch 220 V Wechselstrom drin“, damit ist dann für Motor und Steuerung gesorgt

Wenn man so eine Anlage mit Drehstrom betreibt, dann ist das eigentlich nur für den Motor des Verdichters sinnvoll. Es kann aber durchaus sein, dass die Anlage Drehstrom bekommt, innen drinnen aber nur ein „kleiner“ Wechselstrommotor sitzt. Das wäre möglich, ist aber eigentlich Quatsch.

Grundsätzlich gilt, dass ab so ca. oberhalb 1,5 kW Motorleistung ein Drehstrommotor sinnvoller als ein Wechselstrommotor ist.

Ich seh grad, die hat ja nur 0,62 kW Aufnahme. Das ist ja ein recht kleiner Motor. Ob es da was in Drehstrom gab… hmm.

Und nein, wenn da ein echter Drehstrommotor drin ist, dann kann man den praktisch nicht mit Wechselstrom laufen lassen. Das geht nur mit viel Trickserei und Glück oder mit einem Frequenzumrichter, sofern der Motor das zulässt. Da die Anlage aber alt ist, wird da kein Frequenzumrichter drin sein.

Wenn du in die Anlage rein schaust, dann wird es auf dem Verdichter ein Typenschild geben und da steht genau drauf, was das nun für ein Motor ist.
martin_w
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Re: Wärmepumpe Wasser Ochsner

Beitrag von martin_w »

Es steht ja auch etwas von "Nachheizleistung" - möglciherweise hat sie deshalb einen 3P Anschluß.
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bennisg
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Re: Wärmepumpe Wasser Ochsner

Beitrag von bennisg »

martin_w hat geschrieben: 07.10.2021, 08:15 Es steht ja auch etwas von "Nachheizleistung" - möglciherweise hat sie deshalb einen 3P Anschluß.
Nee, das wäre die „Widerstandsheizung“ und die hat einen Strich.
Ich denke, mit „Nachheizleistung“ sind die Verluste gemeint, die der Speicher durch seinen Mantel verliert. Allerdings haben sie da wohl etwas Probleme mit den Einheiten kW, kWh und /24h gehabt.
Naja, vielleicht damals der Praktikant das Typenschild geschrieben.
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Gromo
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Re: Wärmepumpe Wasser Ochsner

Beitrag von Gromo »

hinter dem Schrägstrich die thermische Energiemenge die durch die Wärmeisolierung am Speicher verloren geht. Vor dem Schrägstrich die elektrische Energie, die die WP bei Nennbedingungen braucht um die thermischen Verluste auszugleichen.

p.s. weiter oben habe ich die minimale Raumtemperatur mit 11°C abgeschätzt. War falsch! Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Steht auf den Typenschild 5°C minimale Lufteintrittstemperatur. Mist!
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Re: Wärmepumpe Wasser Ochsner

Beitrag von tegel »

Ein Rückblick in die "guten" alten Zeit:

1983 errichtete ich unser Wohnhaus. Das Heizsystem war bivalent (WP/Gas).

Zwei BBC LW-WP nebeneinander im Keller positioniert. Kellerfenster offen und Ausblaskanal mit groß dimensionierten Betonrohren. Dazu ein Gaskessel.
Der Plan war:
WP1 arbeitet alleine bis ca. 10 Grad
WP2 dazu, wenn kälter
Gaskessel bei unter drei Grad.

Das war sehr aufwendig und teuer. Alleine die Steuerung war in analogen Zeiten nicht einfach, ganz zu Schweigen vom hydraulischen Aufwand.Richtig funktioniert hat es nie! :(

Die WP machten einen Höllenlärm. Kaum auszuhalten. Und damals war ich noch blutjung!
Schon bei etwas unter 10 Grad vereisten die Geräte. Eine Abtauung gab es gar nicht. So kam WP2 praktisch nie richtig zum Einsatz.
Die AZ wurde von BBC "bis 3" angegeben. Ich konnte das damals noch nicht selbst nachmessen. Der Wert war wahrscheinlich viel zu optimistisch angegeben. Na ja, über 10 Grad vielleicht.

Einige Jahre lief die Gasheizung dann alleine. Leider! Ich hatte einfach die Schnauze voll.

Bis ich anfing zu basteln und alles auf Grundwasser Betrieb und monovalente Betriebsweise umbaute. Dabei viel nach Versuch und Irrtum Prinzip. Das Forum gab mir damals tolle Unterstützung. Besonders GROMO möchte ich in diesem Zusammenhang noch einmal danken.

Alles in allem echte Pionierarbeit.
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Re: Wärmepumpe Wasser Ochsner

Beitrag von Gromo »

Vielen Dank für die Blumen
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