Leute, ihr strapaziert meine Nerven. Aber echt.
Könnt Ihr, statt nach dem Seitenbetreiber zu rufen, nicht einfach Ruhe geben?
Jeder hat hier seine eigene Schreibe, ein paar User dabei eine sehr "ausgeprägte".

Genießt diese Vielfalt, aber reitet nicht weiter darauf herum. Das meine ich jetzt Ernst. Kein Fingerpointing mehr!

Die Zeit letztes Jahr im Herbst, in der ich das Forum mal ein paar Wochen vom Netz genommen habe, war eine Wohltat für mich.
Wenn sich das hier nicht bessert, werde ich mir wieder mal eine Auszeit nehmen.

Gruß
Thomas

.. wenn man das gelesen und akzeptiert hat, kann man es oben rechts wegklicken

Umbau mobile Split zu Wärmepumpe sinnvoll bzgl. COP?

danny4h
Beiträge: 6
Registriert: 18.05.2020, 10:40

Umbau mobile Split zu Wärmepumpe sinnvoll bzgl. COP?

Beitrag von danny4h » 22.06.2020, 09:15

Guten Morgen

Das Wichtigste zuerst: Vor Arbeiten am Kältekreis werde ich das klimaschädliche Kältemittel fachmännisch absaugen und entsorgen lassen. Ein entsprechendes Angebot einer lokalen Firma liegt bereits vor. Gefüllt wird dann mit R290.

Ich lese schon länger hier mit und möchte nun mein erstes Projekt mit Kältetechnik umsetzen. Es geht darum, ein altes mobiles Split-Klimagerät zur Luft-Wasser-Wärmepumpe für die FBH umzubauen. Bevor ich damit beginne, möchte ich eine Einschätzung über den erwarteten COP haben. 2.5 Durchschnitt wäre das Minimum, damit würde ich besser fahren als mit Gas. Geplant ist je nach Aussentemperatur auf die Gasheizung umzuschalten.

Das umzubauende Gerät ist ein CL1500 Split von Novamatic (Eigenmarke von Fust) mit folgenden Eigenschaften:
- Mobiles Splitgerät mit Kompressor im Innenteil
- Kühlen und Heizen bei 1180/1220 W Leistungsaufnahme
- Kältemittel R407c 670 g
- Kompressor für ca. 12000 BTU (KETC176ELBC-A)
- Kapillarrohreinspritzung
- Abtauung über Kreisumkehrung
- Schraderventil an Saugseite

Meine Idee war, den Wärmetauscher im Innenteil durch einen Plattenwärmetauscher mit ca. 1m^2 zu ersetzen (Zukunftssicherheit, falls doch mal was grösseres gebaut werden soll ;-)). Den inneren Wärmetauscher würde ich in Reihe mit dem äusseren schalten, um niedrigere Lüfterdrehzahlen und damit weniger Lärm zu ermöglichen. Würde das funktionieren? Mach mir ein wenig Sorgen um den Druckabfall.

Als Vorlauftemperatur für FBH reichen gute 30 Grad, was für den COP ja ideal wäre. Was meint ihr, kann man mit solch einer alten Billiganlage einen guten COP erwarten oder sollte ich am besten gleich mit besserem Gerät arbeiten?

Danke & Gruss
Danny

tegel
2-Ventiler
2-Ventiler
Beiträge: 445
Registriert: 20.10.2008, 16:21
Wohnort: Westfalen

Re: Umbau mobile Split zu Wärmepumpe sinnvoll bzgl. COP?

Beitrag von tegel » 22.06.2020, 09:37

Hallo Danny,
ich weiß nicht, ohne auf Details einzugehen, ob das ein sinnvolles Unternehmen ist. Schon die Kapillarrohreinspritzung bereitet mir Kopfschmerzen.

Es gibt doch auf Grund der Förderung für Neuanlagen so viele gebrauchte und gut erhaltene Anlagen für wenig Geld, die meiner Meinung nach eine bessere Grundlage für Dein Bastelprojekt sind.
Gruß
Walter

danny4h
Beiträge: 6
Registriert: 18.05.2020, 10:40

Re: Umbau mobile Split zu Wärmepumpe sinnvoll bzgl. COP?

Beitrag von danny4h » 22.06.2020, 11:24

Danke Walter, das wäre dann der nächste Schritt, sobald ich die Technik Verstehe und im Griff habe. Im Moment habe ich auch nicht allzu viel Platz für eine "grosse" Anlage.
Den Einbau eines TEVs habe ich mir auch überlegt, müsste mich dann noch einlesen, wie das im Kombination mit der Kreislaufumkehr funktioniert.
Gruss
Danny

martin_w
ich hab was drauf
ich hab was drauf
Beiträge: 1912
Registriert: 15.06.2007, 15:58
Wohnort: Wien

Re: Umbau mobile Split zu Wärmepumpe sinnvoll bzgl. COP?

Beitrag von martin_w » 22.06.2020, 13:20

Vielleicht gibt es da ja beidseitig durchströmbare? Bei den EEVs ist das im Klimabereich jedenfalls schon eine Weile üblich. Ich würde gleich in Richtugn EEV denken und einmal auf Aliexpress eim bisschen suchen. Für ein bastelprojekt muß es ja nicht das teuerste sein.

Benutzeravatar
Alexander470815
ich hab was drauf
ich hab was drauf
Beiträge: 1402
Registriert: 31.01.2014, 15:31

Re: Umbau mobile Split zu Wärmepumpe sinnvoll bzgl. COP?

Beitrag von Alexander470815 » 22.06.2020, 13:39

Es gibt in der Tat Biflow TEVs, ist hier in DE aber gänzlich unüblich.
Man kann das auch mit zwei TEVs und Rückschlagventilen bauen.
Alternativ geht auch ein TEV und ein "Kältemittel Gleichrichter" aus vier Rückschlagventilen.
Bei den beiden letzten Varianten kann man auch einfach einen Sammler mit in das System einbinden.

Was aber ein Problem sein wird, der Verdichter aus der Anlage wird nicht gegen Druckdifferenz anlaufen können.
Der braucht ausgeglichenen Druck damit der anläuft.
Sprich man braucht noch ein Entlastungsventil o.Ä. das man vor dem start öffnet.

Bei Kapillarrohr stellt sich nach einer Zeit ein Druckausgleich ein, bei einem TEV ist das meistens nicht der Fall.

Benutzeravatar
Entropie
2-Ventiler
2-Ventiler
Beiträge: 301
Registriert: 27.06.2007, 08:55
Wohnort: Hessen

Re: Umbau mobile Split zu Wärmepumpe sinnvoll bzgl. COP?

Beitrag von Entropie » 24.06.2020, 13:23

Alleine schon die Ölfüllung des Verdichters ist vermutlich nicht besonders geeignet für R290 und als generell unbedenklich gelten nur Anlagen mit maximal 150g.
Läuft die Anlage? Wenn ja, Finger weg! Vor allem am Freitag Nachmittag.

tore22
Einwegflaschennutzer
Einwegflaschennutzer
Beiträge: 58
Registriert: 30.12.2017, 21:53

Re: Umbau mobile Split zu Wärmepumpe sinnvoll bzgl. COP?

Beitrag von tore22 » 24.06.2020, 20:29

@Entropie
Wie meinst du ungeeignet beim öl? In Bezug auf die Viskosität? Wenn ich mich richtig erinnere, müsste für R290 anstatt ein 32er ein 68er genommen werden (oder sogar noch eins höher).
Hier im Forum wurden hingegen schon einige WP's auf R290 umgestellt ohne Ölwechsel. Aber optimal wird es dann wohl nicht sein...

Allgemein:
Generell sehe ich bei diesem Projekt das Problem, dass es sich um eine (Fust) Klimakiste handelt. Habe diese Kiste schon 2 Jahre lang als Providurium für einen Serverraum im Einsatz gesehen. Nach 2 Jahren leckte dann der Verdampfer. Ist also ein Qualitätsproblem.

Dann kommt der Abstand der Lamellen hinzu und die verhältnismässig kleine Verdampferfläche. Dort mit einem niedrigen Volumenstrom zu arbeiten wird wohl auch nicht optimal werden. Ich gehen davon aus, dass du ja nicht bei 25 Grad + das Haus heizen willst ;-)
Also so gesehen würde ich auf jeden Fall zu einem gescheiten Verdampfer raten.

Wenn du R290 verwenden willst, solltest du unbedingt eine Aussenaufstellung realisieren. Alles andere wäre mir zu heiss.
Mit einem PWT und Sammler bist du nochmals mehr über der Werksfüllung (welche ich mit R290 bereits bedenklich wäre).

danny4h
Beiträge: 6
Registriert: 18.05.2020, 10:40

Re: Umbau mobile Split zu Wärmepumpe sinnvoll bzgl. COP?

Beitrag von danny4h » 27.06.2020, 08:42

Danke für eure Antworten! Die Sache mit dem EV werde ich wohl einem eventuell später folgenden Projekt realisieren, vorerst hoffe ich mal, dass das Kapillarrohr ungefähr passen wird.

Mit welchen Auswirkungen muss ich bei Verwendung von "nicht-optimalem" Öl rechnen? Wirkungsgradverlust?

Zumindest mein Gerät scheint dicht zu sein, ist immerhin schon ca. 15 Jahre alt und der Aussenteil war immer fix draussen montiert.

Der Lamellenabstand wird leider nur bis knapp über den Gefrierpunkt ausreichen, sonst vereist das Ding recht schnell. Die knappe Grösse möchte ich kompensieren, indem ich die beiden Wärmetauscher in Reihe schalte.

micha_el
2-Ventiler
2-Ventiler
Beiträge: 262
Registriert: 16.06.2007, 15:40

Re: Umbau mobile Split zu Wärmepumpe sinnvoll bzgl. COP?

Beitrag von micha_el » 27.06.2020, 21:05

im Haustechnikforum findest du 5 oder 6 threads a 1000 Beiträge genau zu diesem Thema. "split klima umbau WP . howto"
Das Umbau Thema war vor 10 Jahren interessant als die Strompreise noch günstig waren. und es die Split-Dinger für 300€ bei Praktiker gab.
So ein einfacher Umbau erreicht max COP 3.

Spar dir die Mühe und den Ärger und kauf die einen preisgünstigen WP Monoblock. z.B. Panasonic WH-MDC05H3E5 da kommst du auf COP 4-5 und das Ding kostet ca. 2500€
Infos dazu http://aquarea.smallsolutions.de/index. ... Hauptseite

danny4h
Beiträge: 6
Registriert: 18.05.2020, 10:40

Re: Umbau mobile Split zu Wärmepumpe sinnvoll bzgl. COP?

Beitrag von danny4h » 28.06.2020, 20:20

Danke für die Empfehlung, die Panasonic-Geräte hatte ich mir schon angeschaut. Jedoch hat mich das Interesse an der Technik angesteckt :D. Im schlimmsten Fall lerne ich nur etwas, und im besten Fall wird sogar was Brauchbares entstehen.
Mit einem COP von 2.5 würde ich kostenmässig mit der Gasheizung gleichziehen und nebenbei noch eine knappe Tonne CO2 jährlich einsparen (Strom 100 % erneuerbar).

tore22
Einwegflaschennutzer
Einwegflaschennutzer
Beiträge: 58
Registriert: 30.12.2017, 21:53

Re: Umbau mobile Split zu Wärmepumpe sinnvoll bzgl. COP?

Beitrag von tore22 » 29.06.2020, 01:38

danny4h hat geschrieben:
27.06.2020, 08:42
Mit welchen Auswirkungen muss ich bei Verwendung von "nicht-optimalem" Öl rechnen? Wirkungsgradverlust
Ich kenne mich nur vage damit aus, würde aber eher auf eine Verminderung der Lebensdauer tippen, wenn das Öl eine zu geringe Viskosität aufweisst.
danny4h hat geschrieben:
27.06.2020, 08:42
Zumindest mein Gerät scheint dicht zu sein, ist immerhin schon ca. 15 Jahre alt und der Aussenteil war immer fix draussen montiert.
Ich sehe dort eher die Frage nach den Betriebsstunden. Wenn es bereits schon so alt ist, ist die Wahrscheindlichkeit einer eintretenden Undichtigkeit tendenziell grösser ;-)
danny4h hat geschrieben:
27.06.2020, 08:42

Der Lamellenabstand wird leider nur bis knapp über den Gefrierpunkt ausreichen, sonst vereist das Ding recht schnell. Die knappe Grösse möchte ich kompensieren, indem ich die beiden Wärmetauscher in Reihe schalte.
Nun, aus meiner Sicht leidet der COP dadurch stark, da du mit der Verdampfung mehr als nötig unter die Umgebungstemperatur kommst. Dadurch wird die Druckdifferenz grösser und der Wirkungsgrad leidet. Was dir sehr entgegenkommt, ist die tiefe Vorlauf Temperatur.
Ich bin mir nicht mehr sicher wie weit ich den PWT überdimensioniert habe (bin gerade in Norwegen und kann nicht nachschauen), jedoch lohnt es sich auch dort einen entsprechend grossen zu nehmen. Und besser Lang als möglichst viele Platten.

Nun, ich kann Dein Interesse an der Technik nachvollziehen. Du musst dir einfach bewusst sein, dass eine gewisse Komplexität dahinter steckt. Um möglichst viel zu verstehen, bedarf dies einer nicht unwesentlicher Zeitinvestition. Auch geldtechnisch gesehen brauchst du viel Werkzeug, wenn du dann auch mal selbst alles machen willst. Ich würde das Projekt aus deiner Sicht eher mal (ohne es abzuwerten) als Bastelprojekt ansehen. Siehst du das so an, kann es ein guter Einstieg in die Materie sein :-)

danny4h
Beiträge: 6
Registriert: 18.05.2020, 10:40

Re: Umbau mobile Split zu Wärmepumpe sinnvoll bzgl. COP?

Beitrag von danny4h » 06.07.2020, 11:27

Vielen Dank, ich sehe es momentan auch als Bastelprojekt für den Einstieg in die Materie, ohne viel Geld auszugeben. Alles weitere ist Bonus :-)

Zum PWT habe ich mir überlegt, ob das Nachteile hat, wenn dieser ein grösseres Volumen hat als der bisher verbaute. Dies würde ja auch mehr Kältemittel bedeuten, oder? Sorgt das Kapillarrohr trotzdem dafür, dass nicht zu viel KM fliesst und der Verdichter keine Flüssigkeit abbekommt? Der Sammler ist ja für weniger KM gewählt.

Nun nochmal zum EEV, hat da jemand Erfahrung oder Quellen für den Einsatz in Selbstbauanlagen? Verstehe noch nicht ganz, wie in den meisten Splitgeräten keine Drucksensoren benötigt werden für die Steuerung des EEV.

Update: Nur noch ca. 70 g des Kältemittels waren noch vorhanden und wurden entsorgt. Habe dann evakuiert und mit 290 g Propan (670 g R407c ist Werksfüllung) gefüllt. Verdampfer ist dann teilweise zugefroren, war wohl zu wenig :-). Dann ist mir eine unbekannte Menge Propan "entwichen" durch das Schraderventil, das nicht komplett eingeschraubt war.
Habe dann nach der "Target superheat Methode" nachgefüllt und es scheint zu funktionieren!

Kala Nag
Beiträge: 8
Registriert: 10.02.2019, 17:02

Re: Umbau mobile Split zu Wärmepumpe sinnvoll bzgl. COP?

Beitrag von Kala Nag » 08.07.2020, 10:26

danny4h hat geschrieben:
06.07.2020, 11:27
Nun nochmal zum EEV, hat da jemand Erfahrung oder Quellen für den Einsatz in Selbstbauanlagen? Verstehe noch nicht ganz, wie in den meisten Splitgeräten keine Drucksensoren benötigt werden für die Steuerung des EEV.
Das Expansionsventil sorgt für eine konstante Überhitzung des Sauggases. Dafür muss die Differenztemperatur aus Sauggas- und Verdampfertemperatur ermittelt und in eine Stellgröße am EV umgesetzt werden. Beim EEV braucht es neben den beiden Temperaturfühlern auch einen elektronischen Regler mit Treiber für den Schrittmotor. Aus meiner Sicht ist das nur was für sehr ambitionierte Elektronikbastler.

Gruß Karl

danny4h
Beiträge: 6
Registriert: 18.05.2020, 10:40

Re: Umbau mobile Split zu Wärmepumpe sinnvoll bzgl. COP?

Beitrag von danny4h » 08.07.2020, 17:58

Danke, die Steuerung werde ich schon hinbekommen. Habe damit mehr Erfahrung als mit Kältetechnik :)

Hier hat jemand mit einem Arduino eine Wärmepumpensteuerung gebaut: https://create.arduino.cc/projecthub/go ... hpc-0f2625

Das könnte ich übernehmen und auf meine Bedürfnisse anpassen (Hinzufügen Abtauung, Kühlfunktion mit Vierwege-Ventil). Falls Interesse besteht, kann ich die Fortschritte hier dokumentieren.

Antworten