Leute, ihr strapaziert meine Nerven. Aber echt.
Könnt Ihr, statt nach dem Seitenbetreiber zu rufen, nicht einfach Ruhe geben?
Jeder hat hier seine eigene Schreibe, ein paar User dabei eine sehr "ausgeprägte".

Genießt diese Vielfalt, aber reitet nicht weiter darauf herum. Das meine ich jetzt Ernst. Kein Fingerpointing mehr!

Die Zeit letztes Jahr im Herbst, in der ich das Forum mal ein paar Wochen vom Netz genommen habe, war eine Wohltat für mich.
Wenn sich das hier nicht bessert, werde ich mir wieder mal eine Auszeit nehmen.

Gruß
Thomas

.. wenn man das gelesen und akzeptiert hat, kann man es oben rechts wegklicken

Kapillarrohr und Kältemittelmenge bei kleiner Testanlage bestimmen

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Michael_D
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Kapillarrohr und Kältemittelmenge bei kleiner Testanlage bestimmen

Beitrag von Michael_D » 14.07.2020, 02:51

Hallo zusammen,

ich habe hier bereits einige informative Beiträge gelesen und hoffe, dass ihr mir vielleicht auch bei ein paar allgemeinen praktischen Fragen weiterhelfen könnt:

Um etwas praktische Erfahrung mit Kälteanlagen zu sammeln, habe ich mir mal ein kleines Setup aufgebaut:
Der Ausgang eines R600a Verdichters (HV57AH) geht zu einem kleinen Verflüssiger mit Lüfter, von dort aus über einen Trockner ins
Kapillarrohr, dann in den Verdampfer (welcher sich in Form eines Kupferrohres in einem Wasserbehälter befindet) und von dort aus wieder zum
Verdichter. Ziel ist, wie man sich vermutlichen denken kann, das Wasser zu kühlen um darin z.B. Getränke zu kühlen.
Die Größe von Verflüssiger und Verdampfer hab ich nach Gefühl so bemessen, dass ich davon ausgehen kann, dass diese die anfallenden Wärmemengen transportieren können. Eventuell sind die allerdings etwas überdimensioniert.

Für das Kapillarrohr hab ich die Software CapSel befragt, mit R600a, Head load = 110W, Evaporating Temp = -5°C, Condensing Temp = 45°C und Returngas Temp = 10°C.
Hier wäre die erste Frage: Das waren mehr oder weniger die Startwerte, welche Werte wären in der Praxis (z.B. kleiner Kühlschrank) denn "normal"? Sind die Parameter nicht stark vom Betriebszustand der Anlage abhängig (z.B. ist das Wasser zu Beginn ja noch warm)?
Als Kapillarrohr hab ich dann ein Messingrohr mit 0.6mm Durchmesser und 0.5m Länge genommen (0.69m wie von der Software vorgeschlagen gabs nicht). Wie "wichtig" ist denn die exakte Länge des Kapillarrohrs und wie bekomme ich in der Praxis raus, obs zu kurz oder zu lang ist?

Die nächste Frage betrifft die Füllmenge des Kältemittels. (Zum Test hab ich einfach mal Butan ausm Baumarkt verwendet, also R600, später wenn ich alles etwas besser überblicke wird's dann wohl auch mal echtes R600a.)
Wann weiß ich, dass genug drin ist? Bei Anlagen mit Sammler, Schauglas und TEV ist mir die Sache ziemlich klar. Einfach so lange füllen, bis keine Blasen mehr im Schauglas sind und die Überhitzung wird wohl in der Regel so auf 5K eingestellt.
Aber wie findet man die richtige Menge Kältemittel bei einer Kapillarrohranlage ohne Schauglas und idealerweise ohne den Verflüssigerdruck zu messen?
Irgendwo hab ich gelesen, dass man so lange füllen soll, bis sich auch hier eine Überhitzung von 5K einstellt.
Das fand ich aber schwierig zu realisieren da zu Beginn mit noch warmem Wasser die Überhitzung natürlich sehr hoch war, später mit stark abgekühltem Wasser wurde die natürlich weniger, aber wann ist der richtige "Zeitpunkt" für diese Messung? Oder ist mein Verdampfer einfach viel zu überdimensioniert?

Während dem Befüllen hab ich dann festgestellt, dass das Expansionsgeräuch des Kältemittels im Verdampfer etwa im 2 Sekundenrythmus "gepumpt" hat, bzw. synchron dazu auch der Druck der ND Seite leicht geschwankt hat.
Ich hab das so interpretiert, dass sich im Trockner vor dem Kapillarrohr noch nicht genügend Kältemittel befindet und das "pumpen" von Gasblasen im Trockner kommt. Nachdem ich noch etwas weiter gefüllt hab, war das Expansionsgeräuch konstant und die Anlage hat für mein Gefühl auch ordentlich Kälteleistung bei einer Kompressorstromaufnahme von ca. 115W.

Und noch eine Frage: Die Überhitzung wird doch unter anderem deshalb auf ca. 5K gestellt, damit kein flüssiges Kältemittel zum Verdichter gelangt. Aber was ist denn nun, wenn man immer weiter abkühlt, bzw. der Verdampfer keine Wärme mehr aufnehmen kann (z.B. ein Kühlschrank mit Superfrost). Gibts dann keine Probleme?

Das war jetzt viel Text, aber vielleicht hat der oder die ein oder andere ja Lust mich ein wenig zu erhellen :)

Viele Grüße und vielen Dank schon mal,
Michael

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Kalter Hund
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Re: Kapillarrohr und Kältemittelmenge bei kleiner Testanlage bestimmen

Beitrag von Kalter Hund » 14.07.2020, 10:05

Bei Kapillar-Anlagen stellt sich die geringe Überhitzung erst bei Erreichen des Sollwertes ein. Der Nachteil zum Expansionsventil ist ja die hohe Überhitzung beim Anfahren der Anlage.
Gruß

Kalter Hund

Pluto25
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Re: Kapillarrohr und Kältemittelmenge bei kleiner Testanlage bestimmen

Beitrag von Pluto25 » 14.07.2020, 17:36

Kalter Hund hat geschrieben:
14.07.2020, 10:05
Der Nachteil zum Expansionsventil ist ja die hohe Überhitzung beim Anfahren der Anlage.
Das hat aber auch den Vorteil die Maschine nicht zu überlasten wenn der Raum/das Wasser sehr warm sind
Michael_D hat geschrieben:
14.07.2020, 02:51
Gibts dann keine Probleme?
.
Das sieht dann so ausdownload/file.php?id=7460&mode=view :D
Die Kältemittelmenge ist zu gering den Verdichter zu schaden. Einige Verdampfer haben einen "Ballon" vor dem Rücklauf . Der sammelt dann die Flüssigkeit. Der richtige Zeitpunkt wäre bei Nennlast/kurz vor Abschalten wegen Temperatur erreicht. Die Länge das Kapillars ist nicht sehr kritisch. Zu lang ist ungünstig da dann Leistung fehlt bzw die Maschine sich mit hohen Hochdruck quält. Zu Kurz ist weniger Problematisch, verliert etwas Leistungsfähigkeit da die Kältemittelmenge reduziert werden sollte. Damit es im Verdampfer und nicht im Kompressor verdampft. Ist es viel zu kurz gibts keine Verflüssigung mehr (Im Sommer)

Michael_D
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Re: Kapillarrohr und Kältemittelmenge bei kleiner Testanlage bestimmen

Beitrag von Michael_D » 15.07.2020, 03:00

Hallo zusammen,
Pluto25 hat geschrieben:
14.07.2020, 17:36
Das sieht dann so ausdownload/file.php?id=7460&mode=view
Ok, ich denke davon bin ich noch etwas entfernt ;) D.h. man darf das alles nicht zu eng sehen..
Pluto25 hat geschrieben:
14.07.2020, 17:36
Der richtige Zeitpunkt wäre bei Nennlast/kurz vor Abschalten wegen Temperatur erreicht.
D.h. wenn ich z.B. einen Thermostat habe, welcher bei 4 Grad abschaltet, dann würde ich die Werte kurz vor dem erreichen der 4 Grad als Sollwerte betrachten und darauf z.B. die Überhitzung auslegen?
Btw.: Wo misst der Thermostat idealerweise die Temperatur? Direkt das zu kühlende Medium (also Luft oder Wasser), oder Kältemitteltemperatur am Ausgang des Verdampfers?

Vielen Dank für eure Antworten, die bringen schon etwas Licht ins Dunkel ;)
Vielleicht hat ja noch jemand Tipps zur Bestimmung der richtigen Kältemittelmenge. Oder ist die Messung der Überhitzung dafür das Mittel der Wahl falls man keine Möglichkeit hat, direkt vor dem Kapillar bzw. Expansionsventil Blasenfreiheit zu überprüfen?

Gruß,
Michael

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bennisg
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Re: Kapillarrohr und Kältemittelmenge bei kleiner Testanlage bestimmen

Beitrag von bennisg » 01.08.2020, 06:34

Na, bist noch an deiner Testanlage dran, Michael, oder Läuft die jetzt schon rund?

Um die richtige Füllmenge an KM zu ermitteln, eignet sich die Überhitzung zu messen schon bedingt. Zusätzlich kannst du die Unterkühlung messen. Wenn beide Werte in sinnvollen Bereichen liegen, stimmt die Füllmenge höchst wahrscheinlich.

Kapillaranlagen sollen nicht gänzlich blasenfrei laufen, sondern nur fast blasenfrei. So hab ich es mal in einem alten Schinken gelesen. Da wurde allerdings jede Anlage auch noch mit R12 gefüllt. 😉

TEVs sollten zwingend blasenfrei laufen, andernfalls leiden die. Hier kann man quasi „nach Gehör füllen“, blasen machen da Krach. Eine blasenfreie Anlage mit TEV ist am TEV ruhiger. Ich hab das aber extra in Anführungszeichen geschrieben.

Und immer gilt: So ne Anlage muss sich erstmal einpendeln also erstmal 10 Min. laufen lassen, bevor du hektisch nachfüllst.

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