Leute, ihr strapaziert meine Nerven. Aber echt.
Könnt Ihr, statt nach dem Seitenbetreiber zu rufen, nicht einfach Ruhe geben?
Jeder hat hier seine eigene Schreibe, ein paar User dabei eine sehr "ausgeprägte".

Genießt diese Vielfalt, aber reitet nicht weiter darauf herum. Das meine ich jetzt Ernst. Kein Fingerpointing mehr!

Die Zeit letztes Jahr im Herbst, in der ich das Forum mal ein paar Wochen vom Netz genommen habe, war eine Wohltat für mich.
Wenn sich das hier nicht bessert, werde ich mir wieder mal eine Auszeit nehmen.

Gruß
Thomas

.. wenn man das gelesen und akzeptiert hat, kann man es oben rechts wegklicken

Zentrale Klimaanlage mit Luftkanälen

Patanegra
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Zentrale Klimaanlage mit Luftkanälen

Beitrag von Patanegra » 10.01.2020, 15:07

Hallo,
ich bin ganz neu angemeldet hier und grüße erst einmal alle herzlich.
Ich plane gerade den Einbau von Klimageräten/Klimaanlage in meinem EFH und dabei ist mir aufgefallen, dass ich fast immer nur von Klimasplitgeräten pro Raum in Wandmontage lese. Wenn man aber nach Amerika schaut, sieht man oft zentrale Klimageräte, die z.B. auf dem Dachboden installiert sind und mehrere Räume über Luftkanäle versorgen. Der Austausch und das Kondenswasser läuft dann wie bei allen Splitgeräten nach außen zu einem Außengerät bzw. zum abtropfen.
Nun dachte ich mir folgendes: In meinem 1,5 Geschosser EFH mit großer, offener Wohnküche im EG, geöffnet zum Treppenhaus in der Mitte des Gebäudes und zum Flur, könnte ich doch nun ganz oben in der Decke des Treppenhauses einen Schacht einbauen, über den die Luft angesaugt wird und im Dachboden über einen Luftkanal zum Klimagerät geführt wird, dort dann gekühlt und über mehrere Luftkanäle dann wieder zurück durch die Decke im OG in die 3 Schlafzimmer.
Wenn man verschiedene Kühlleistungen in den Schlafzimmern möchte, könnte man das über einzelne Klappen an den Luftkanälen lösen, die mehr oder weniger Luft in die einzelnen Räume lassen.
Wenn die Anlage genügend Leistung hat, dann müsste sie doch sogar das EG kühlen, da ja die warme Luft aus dem EG aufsteigt und am höchsten Punkt im Treppenbereich angesaugt wird. Die kühlere Luft aus den Schlafzimmer verbreitet sich dann langsam nach unten über die Türschlitze.

Ist das realistisch?
Und hat vielleicht jemand so eine Anlage?

Natürlich muss man so eine Anlage regelmäßig warten, insbesondere die Luftkanäle reinigen und Filter tauschen, da ja viel Feinstaub aus der Luftzirkulation im ganzen Haus im Filter landen wird. Und vermutlich müssen die Kanäle auch isoliert sein damit sich kein Kondenswasser bildet.

Jedenfalls glaube ich, dass es nicht nur besser und unauffälliger aussieht, wenn man nur kleine Luftschächte in der Decke hat, sondern auch günstiger ist als in jedem der 4-5 Räume jeweils ein Innengerät zu installieren mit entsprechender Leitung nach außen.

Was meint ihr?

Schöne Grüße

Chris

Patanegra
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Re: Zentrale Klimaanlage mit Luftkanälen

Beitrag von Patanegra » 10.01.2020, 15:19

Vielleicht noch ein Hinweis: Ich will nicht innerhalb von 20 Minuten das Haus auf 18 Grad kühlen, wenn es draussen 35 Grad sind, sondern im leisen, schnurrenden Dauerbetrieb das Haus garnicht erst unangenehm warm werden lassen mit einer Kombination aus Verschattung und Klimatisierung.

gnampf
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Re: Zentrale Klimaanlage mit Luftkanälen

Beitrag von gnampf » 10.01.2020, 15:29

Kommt drauf an was für dich klein ist... du musst da schon ein entsprechendes Volumen umwälzen, und wenn du über Klappen arbeiten willst muss jeder Raum enzeln das Mindestvolumen liefern können. Je größer die Kanäle, desto mehr Probleme hast du auch z.B. mit Schallübertragung über die Kanäle. In Amiland spielt das keine Rolle, beim Papphaus hörste eh was nebenan abgeht ;-) Und Dämmung der Kanäle ist nicht optional, sondern allergrößte Pflicht wenn der Dachboden selbst nicht voll gedämmt ist. Ansonsten verlierst du selbst wenn die Anlage nicht läuft im Winter jede Menge Heizenergie.
Türschlitze: vergiss es. Selbst bei offener Tür findet nur ein langsamer und geringer Austausch mit Nachbarräumen statt wenn die Anlage nicht zur Tür raus bläst. Um über Türschlitze zu arbeiten braucht es Druckunterschiede zwischen den Räumen, wie bei einer KWL. Damit verbietet es sich im gleiche Raum einzublasen in dem man absaugt. Und wenn man das nicht in einem Raum zusammen hat fällt der Klappenkram aus.

Patanegra
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Re: Zentrale Klimaanlage mit Luftkanälen

Beitrag von Patanegra » 10.01.2020, 15:42

Aber ich würde ja tatsächlich im Flur absaugen und in die Schlafzimmer einblasen. So müsste doch der gewünschte Überdruck in den Schlafzimmern entstehen und die kalte Luft über die Türschlitze zurück in den Flur zirkulieren und so wiederum idealweise auch nach unten ins EG über das Treppenhaus.

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Re: Zentrale Klimaanlage mit Luftkanälen

Beitrag von Patanegra » 10.01.2020, 15:51

Ich habe mal Hauspläne angehängt.

Das rote Viereck wäre die Ansaugstelle ganz oben im Dach das OG und die roten Kreise sind die Ausgänge, wo die kalte Luft herausströmt.
Klimaplanung.jpg
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gnampf
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Re: Zentrale Klimaanlage mit Luftkanälen

Beitrag von gnampf » 10.01.2020, 15:56

für eine KWL heißt es schon einen Luftspalt von 1,5-2cm unter der Tür zu haben. EIne KWL hat aber viel geringere Luftmengen als eine Klima. Mit einem passenden Luftspalt kannste die Tür weglassen weil sie eh ihre Funktion weder als Sicht- noch als Schall- oder Lichtschutz erfüllt. Oder großflächige Gitter einbauen. Der Luftzug dürfte auch nicht prickelnd sein, insbesondere im Flur. Luft ist nunmal ein sch... Wärmeleiter.
Und was unten angeht: bei entsprechenden Luftmengen dürfte sich oben ein entsprechender Kreislauf ausbilden. Du saugst ja das Volumen von vielen Klimageräten an einer Stelle wieder ab, die dann auch noch mit Überdruck das ganze zublasen... wo die normale Klima eher drauf achtet möglichst druckfrei zu arbeiten.
Und die geplante Ausblasposition ist für die Räume auch schlecht wenn sie gleichmäßig auf Temperatur kommen sollen. Die Luft sucht sich da auch den kürzesten Weg zur Tür wo sie abgesaugt wird. Die Ausblasöffnung sollte also so weit wie möglich von der Absaugöffnung (=Tür) weg sein.

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Re: Zentrale Klimaanlage mit Luftkanälen

Beitrag von Patanegra » 10.01.2020, 16:19

Also bei Zimmer 1 und Zimmer 2 im Plan ist die Ausblasöffnen maximal weit entfernt von den Türen zum Flur, Beim Zimmer "Schlafen/Ankleide" im Plan, könnte man vielleicht noch mehr Richtung Ankleide gehen.
Das Gerät, dass man dann im Dachboden einbaut, wäre so ein Kastenklimagerät, wie die Industrie es verwendet, also ein großer, breiter Ansaugbereich und ein großer, breiter Ausblasbereich und dann mit Verteilerklappen auf die 3 Luftkanäle Richtung Ausblasöffnungen verteilen, anbei ein Foto.
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Re: Zentrale Klimaanlage mit Luftkanälen

Beitrag von gnampf » 10.01.2020, 17:06

Zimmer 1 ist im EG? Bei keinem Zimmer ist es der weiteste weg, denn der bedeutet diagonal durch den Raum, ergo an die Außenecken. Aber gut, meine Meinung und Einwände kennst du jetzt zur Genüge.

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Re: Zentrale Klimaanlage mit Luftkanälen

Beitrag von Jens Meyer » 10.01.2020, 17:43

Ich halte das Vorhaben für machbar, wenn keine große Kühlleistung benötigt wird. Wenn das Haus gut gedämmt und beschattet ist und man mit 2 kW auskommt, halte ich die Erfolgschancen für hoch.

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Re: Zentrale Klimaanlage mit Luftkanälen

Beitrag von Gromo » 10.01.2020, 22:41

Die Luftkanäle werden sehr schnell sehr groß, wenn man mit Zentrallüftung kühlen will.
Wenn es nicht kalt "ziehen Soll" kannst du nur ca. 5°C kälter als Raumtemperatur einblasen.
Daraus folgt pro Kilowatt Kühlleistung brauchst du 600m³/h Luft
Wenn du es leist haben willst, darf dir Luftgeschwindigkeit nicht über 3m/s liegen.
Mit ein wenig Taschenrechnerquälen komme ich dann auf Luftkanalquerschnitte von 5,5 Quadratdezimetern oder 25cm Quadratisch bzw. 33x16cm rechteckig. Für JEDES kW Kälteleistung. Nicht vergessen jeder qm besonntes Fenster bring 0,7 kW !!!!

Wenn du im Raum 25°C halten willst musst du mit 20°C einblasen. Wenn du die Luft von außen mit 35°C ansaugst, musst du die auf 20°C runterkühlen. Also ein Delta von 15°C. Davon nutzt du gerade mal 5°C zum kühlen aus. Du musst also dreimal soviel Kälte erzeugen, wie du tatsächlich als nutzen hast. Den Rest bläst du mit der 25 grätigen Abluft in die 35 grätige Umgebung, Wenn du das Vermeiden willst, musst die Kälte aus der Abluft zurückgewinnen. Am Besten als Umluftanlage. Also musst du auch die Abluft in Kanälen zurück zum Zentralklimagerät führen und hast damit gleich doppelt so viele Luftkanäle. Nicht vergessen, die Kanäle müssen dampfdiffusionsdicht isoliert werden und wenn du aus dem Haustechnikraum kommst, in dem der Ölbrenner steht, kommen noch Brandschutzklappen und an der Isolierung die Brandschotten dazu /BSK müssen gewartet werde, ich glaube jährlich)

Hast du ein Wohnzimmer mit Terrassentür und Panoramafenster von zusammen 8qm nach Westen sind das schon - ohne interne Lasten - 5,5 kW, was die notwendige Luftmenge auf 3300m³/h hochzieht und den Luftkanal in der 35cm Zwischendecke auf lässige 90cm verbreitert. 3300m³/h wollen aber auch bewegt werden. Den Druckverlust im Zentralgerät bekommst du bei großzügiger Auslegung (was das Gerät aber größer und teuer macht) auf ca 350Pa runter (Mischklappe, Filter, Kühler, Erhitzer, Schalldämpfer) . Die Luftkanäle fressen weiter 50Pa und Ausblasgitter mit Diffusor nochmal 100Pa. Der Antriebsmotor des Zuluftventilators braucht dann etwa 1kW und der des Abluftventilators nochmal 0,25kW.

Bei den Amis ist das kein Problem, weil es dort akzeptabel ist mit 12 oder 15 Grad einzublasen, wodurch sich die Luftmenge schon mal halbiert und Umluft zum Energiesparen überhaupt kein Thema ist. Zudem ist der Brandschutz da völlig anders geregelt, womit die BSK und die Brandschott wegfallen.

Du siehst, ja es ist möglich, bedarf aber eine guten Planung und ein wenig Installationsaufwand.

Hinweis, die üblichen KWL-Geräte (Kontrollierte Wohnraum-Lüftung) sind ungeeignet, weil die Luftmengen viel zu klein sind, um einen nennenswerten Kühleffekt zu erzielen. Du brauchst ein "echtes" Lüftungsgerät.
Wenn's nicht funktioniert, kann man immer noch mit dem Hammer draufhauen und behaupten, das war schon so, das kann man nicht mehr reparieren!

Jens Meyer
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Re: Zentrale Klimaanlage mit Luftkanälen

Beitrag von Jens Meyer » 11.01.2020, 08:16

Das sind aber eine Menge negativer Annahmen, von denen die meisten im Fall des TE aber gar nicht zutreffend sind.

Lger
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Re: Zentrale Klimaanlage mit Luftkanälen

Beitrag von Lger » 11.01.2020, 15:33

@Gromo:
Danke für die für mich lehrreiche, ausführliche Auseinandersetzung mit Problemen einer Luftkanal-Kühlung. Ich hätte auch noch gerne gewußt, welche der negativen Annahmen beim TE nicht zuträfen.
Um jegliches Mißverständnis auszuschließen, ich meine meinen Dank absolut ehrlich.
Ceterum censeo ... Diffamierung gehört bekämpft. :(

Jens Meyer
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Re: Zentrale Klimaanlage mit Luftkanälen

Beitrag von Jens Meyer » 11.01.2020, 17:07

- keine Frischluftkühlung, sondern Umluftkühlung
- nur ein Abluftkanal, nicht doppelt so viele
- unwahrscheinlich, dass ein raumluftabhäniger Ölbrenner zum Einsatz kommt
- unwahrscheinlich, dass keine Verschattung erfolgt, deshalb auch kein erhöhter Kühlbedarf mit 1 kW Lüfterleistung

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Re: Zentrale Klimaanlage mit Luftkanälen

Beitrag von Gromo » 11.01.2020, 20:10

@Jens
  • Bei den notwendigen Kanalquerschnitten erscheint mir eine freie Nachströmung über Türschlitze und Türgitter illusorisch
  • Ein Abluftkanal und ein Zuluftkanal
  • Die Notwendigkeit von Brandabschottungen ist unabhängig davon wo der Brenner seine Luft her bekommt. Was glaubst du denn, warum die Tür vor dem Ölbrenner eine Stahltür mit Federscharnieren und einer Umlaufenden Dichtung ist?
  • Verschattung mag sein, oder auch nicht, deshalb habe ich den Rechenweg angegeben und nicht nur das Endergebnis.
Wenn's nicht funktioniert, kann man immer noch mit dem Hammer draufhauen und behaupten, das war schon so, das kann man nicht mehr reparieren!

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