Abluft eines Monoblock über aktive Belüftung "entsorgen"?

Chidori
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Abluft eines Monoblock über aktive Belüftung "entsorgen"?

Beitrag von Chidori »

Hallo zusammen,

als Laie in Sachen Kältetechnik und Raumlüftung suche ich hier nach Rat.

Es geht um folgendes: Wir haben ein kleines Reihenhaus (2 Etagen + ausgebautes DG) von grob 120 Quadratmetern Wohnfläche. Da es hier im Sommer, insbesondere im Arbeitszimmer unter dem Dach, sehr warm werden kann, musste ein Lösung her.

Inzwischen haben wir 2 Klimageräte, beides Monoblocks. Einmal mit 8000 und einem mit 11000 BTU. Gerne hätten wir auch ein Split-Gerät installieren lassen. Nach eingehender Prüfung der Bausubstanz mussten wir aber feststellen, dass aufgrund des Schnittes die Montage eines solchen Gerätes wirtschaftlich nicht machbar ist, wenn die Leitungswege nicht unendlich lang werden sollen.

Das Haus ist noch relativ jung (keine 10 Jahre) und verfügt über eine aktive Belüftung. Dazu befindet sich in einem kleinen Technikraum im DG eine Box an der Wand, in der sich 2 Radialventilatoren und ein Wärmetauscher befinden. Letzteren kann man im Sommer über einen Bypass abkoppeln, damit die Restwärme nicht aufgenommen wird.
Aktuell suchen wir eine Lösung, um die Abluft des Klimagerätes im DG so effizient wie möglich aus dem Haus heraus zu bekommen. Da wir arg ungünstige Dachfenster haben (das Scharnier befindet sich in der Mitte des Fensters) ist eine Lösung mit Folie und Reißverschluss eher schwer umzusetzen. Wir haben es probiert, aber wir bekommen die Fenster einfach nicht dicht. Wir haben auch kein normales Fenster, bei dem man eine Plexiglasblende einsetzen könnte.

Daher meine Frage: Ist es sinnvoll, den Abluftstrang der aktiven Belüftung mit einem T-Stück zu versehen und den Abluftschlauch dort anzuschließen?
Mir ist bewusst, dass der Leitungsweg nach draußen von diesem Punkt an noch immer recht lang ist. Ich würde schätzen so an die 10 Meter. Der Weg geht über zwei rechte Winkel durch den Dachboden (dieser ist isoliert, aber nicht als Wohnbereich ausgebaut) und dann nach draußen. Aber da in diesem Rohr schon aufgrund der aktiven Belüftung ein Strom nach draußen führt und die deutlich wärme Luft ohnehin nach oben will, würde der Effekt des Abziehens ja eigentlich nur verstärkt werden. Gleichzeitig ist die Strömungsgeschwindigkeit der aktiven Belüftung aber so gering, dass sie keinen nennenswerten Zug auf den Monoblock erzeugt. Vom Durchmesser her würden die Abluftrohre und der Abluftschlauch des Monoblocks gut zusammenpassen.

Kann man das so machen? Eine solche Abluftentsorgung im Gebäude an eine fixe Leitung sollte jedenfalls viel einfacher dicht zu installieren sein als so eine Fensterabdichtung mit Reißverschluss. Für die Wintermonate müsste an dem T-Stück dann natürlich ein Verschluss vorgesehen sein, damit der Monoblock davon abgetrennt werden kann.

Würde mich über ein paar qualifizierte Meinungen freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Chidori

(Anmerkung, die nichts mit meinem eigentlichen Problem zu tun hat: Ich bin absolut kein Experte für Strömungslehre, aber mir kommt der Volumenstrom der beiden Radiallüfter in der aktiven Belüftung irrsinnig gering vor. In den einzelnen Räumen merkt und hört man nichts von der Belüftung. Erst auf der höchsten Stufe (es gibt vier) hört man sie aktiv und fühlt direkt am Deckenauslass einen ganz leichten Luftstrom. Vor dem Einzug war ein Fachmann da, der die Anlage geprüft hat. Sie funktioniert einwandfrei. Was ich bis heute nicht verstehe: Der Kasten im Technikraum hat jeweils einen Schlauch, welcher ins Haus führt und einen Schlauch, der vom Haus zurück kommt. In den Räumen haben wir aber immer nur einen Anschluss an die Anlage. Soweit ich es bis jetzt sehe, haben wir im DG einen einzigen Einzug zur Lüftungsanlage und in jedem anderen Raum einen Auslass, durch den die Anlage ins Gebäude bläst. In Anbetracht der geringen Volumenströme scheint mir der Druckverlust im Haus so hoch zu sein, dass ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass diese Anlage wirklich einen Effekt hat.)
warumnicht
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Re: Abluft eines Monoblock über aktive Belüftung "entsorgen"?

Beitrag von warumnicht »

Langer Text, letztendlich kann man hier nur eine Split-Anlage empfehlen.
Duesseldorf
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Re: Abluft eines Monoblock über aktive Belüftung "entsorgen"?

Beitrag von Duesseldorf »

Nein, eine wohnraumlüftung transportiert viel zu wenig Luft, um nennenswert wärme abzuführen
Chidori
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Re: Abluft eines Monoblock über aktive Belüftung "entsorgen"?

Beitrag von Chidori »

Duesseldorf hat geschrieben: 21.07.2021, 21:08 Nein, eine wohnraumlüftung transportiert viel zu wenig Luft, um nennenswert wärme abzuführen
Die eigentliche Leistung würde ja nicht von der aktiven Belüftung sondern vom Monoblock und dem natürlichen Auftrieb der warmen Luft erbracht werden. Gemäß der Kontinuitätsgleichung ist der Druckverlust der Abluftleitung ja der einzige Gegenspieler, den die Warmluft auf dem Weg nach draußen hat. Ließe sich das Problem lösen, indem in die Abluftleitung ein weiteres Gebläse eingesetzt werden würde, welches in erster Linie den Druckverlust der Abluftleitung ausgleicht? Das erscheint mir aktuell noch immer effizienter als eine Abdichtung für die Dachfenster aus dem Hut zu zaubern. Als Mieter sind die konstruktiven Möglichkeiten leider arg begrenzt, was auch ein Grund ist, warum ein Split-Gerät am Ende keine Option mehr ist.
Duesseldorf
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Re: Abluft eines Monoblock über aktive Belüftung "entsorgen"?

Beitrag von Duesseldorf »

Als Mieter solltest du davon die Finger lassen. Ein Feuchteschaden in der KWL droht.
laberkoppp
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Re: Abluft eines Monoblock über aktive Belüftung "entsorgen"?

Beitrag von laberkoppp »

Chidori hat geschrieben: 21.07.2021, 20:04 2 Klimageräte, beides Monoblocks.
Welche? Naja, ist eigentlich egal, Zweischlauch-Umbau ist eh ein Muss. Also ich würde die Dachfenster als unproblematisch ansehen. Da klebt man sich zwei dicke und stabile Konstrukte aus Isomatte und Pattex zusammen und klemmt sie fest. Wichtig ist ein dicker Ansaugschlauch, denn das bestimmt maßgeblich die Kühlleistung. Sieht dann so ähnlich aus wie hier, nur halt clever. :mrgreen:

Dachfenster.png
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Chidori
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Re: Abluft eines Monoblock über aktive Belüftung "entsorgen"?

Beitrag von Chidori »

Das haben wir mit einem kommerziellen Dachfenster-Set versucht. Das Resultat war, dass es nicht wirklich dicht wurde und bei einem Regenschauer ausgesprochen unhandlich war, es in kurzer Zeit wieder weg zu bekommen, ohne dabei die Klettverschlüsse rund um das Fenster los zu werden.

Aber mal eine ganz grundsätzliche Frage zum Thema Zweischlauchlösung: Ich habe nun schon oft gelesen, was denn der Sinn dahinter ist. Aber was spricht denn dagegen, einfach eine Tür einen kleinen Spalt offen zu lassen? Das hätte zur Folge, dass die Anlage durch den Rest des Hauses / der Wohnung "atmet" und die angesaugte Luft deutlich kühler ist als die sehr heiße Luft, welche im Dachbereich direkt über dem Fenster bzw. den Dachziegeln zu holen ist. Wäre das nicht effizienter? Zumindest konnte ich früher in der alten Wohnung (DG) keinen negativen Einfluss durch diese Betriebsart feststellen, wobei ich keinen Stromzähler am Monoblock installiert hatte.
laberkoppp
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Re: Abluft eines Monoblock über aktive Belüftung "entsorgen"?

Beitrag von laberkoppp »

Nix Klett oder Gewebeschrott. Zwei doppeldaumendicke keilförrmige Oschis zu festklemmen. In der Draufsicht also ein [ und ein ]. Die praktische Umsetzung muss man dann natürlich optimal gestalten.

Einschlauch bedeutet, daß man kühle Raumluft ansaugt, nach draußen pumpt, und heiße Außenluft nachsaugt --> dumm. Zweischlauch bedeutet, daß man den Raum bzw. die Räume bei möglichst wenig Stromverbrauch runter kühlt. Den anderen Thread haste ja sicher gesehen.
Karli
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Re: Abluft eines Monoblock über aktive Belüftung "entsorgen"?

Beitrag von Karli »

Klatsche die Südseite deines Hauses mit PV voll und dein Haus wird automatisch paar Grad kühler. Ist fast so als würde das Haus im Schatten stehen.
Kühlen
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Re: Abluft eines Monoblock über aktive Belüftung "entsorgen"?

Beitrag von Kühlen »

Karli hat geschrieben: 22.07.2021, 03:58 Klatsche die Südseite deines Hauses mit PV voll und dein Haus wird automatisch paar Grad kühler. Ist fast so als würde das Haus im Schatten stehen.
Er ist Mieter! Steht doch weiter oben!
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Re: Abluft eines Monoblock über aktive Belüftung "entsorgen"?

Beitrag von Lger »

Chidori hat geschrieben: 21.07.2021, 21:27 Gemäß der Kontinuitätsgleichung ist der Druckverlust der Abluftleitung ja der einzige Gegenspieler, den die Warmluft auf dem Weg nach draußen hat.

... Split-Gerät am Ende keine Option ...
Ich empfehle, beide Gedanken einer gründlichen Revision zu unterziehen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man (physikalisch) ungestraft die Abluft von zwei Monoblocks (2 x 400 m³/h) in die letzten 10 m einer Hauslüftung einleiten kann (Rückstau!).

Die Drohung, mit medialer Grün-Hilfe eine PV-Wand zu erzwingen, könnte vielleicht argumentative Unterstützung für die Zustimmung zu einer Split-Anlage sein. ;) Die Behauptung unendlich langer KM-Leitungen bei einem 120 m² Reihenhaus kann ich nur sehr relativiert sehen.

Die Vorratsmenge an kühlerer Luft im Haus als Zuluft für Monoblocks ist sicher nicht für eine heiße Woche ausreichend, ein solches Haus hat ja keine Betonkern-Aktivierung oder dgl.

Ich glaube eher nicht an die wetterfeste (Regen-dichte) Ausführung von Einsatzteilen für Dachfenster, und je elaborierter, desto mühsamer zum Einsetzen und Rausnehmen - Zumachen der Fenster erscheint mir als einzige tragfähige Lösung. Das sollte bei den handelsüblichen Textil-Einsätzen nach Reißverschluß-Betätigung möglich sein.
Chidori
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Re: Abluft eines Monoblock über aktive Belüftung "entsorgen"?

Beitrag von Chidori »

Wir haben zwar zwei Monoblocks, an die Abluftanlage würde ich aber nur einen hängen. Das andere Gerät steht eine Etagen tiefer, wo der Anschluss an ein Fenster sehr einfach zu gewährleisten ist. Mein Anliegen betrifft nur das Dachgeschoss.

Wir könnten theoretisch problemlos im EG eine Split-Anlage einbauen lassen (wobei das Thema Wanddurchbruch da noch nicht geklärt ist). Dann könnte das Außenteil auf der Hausrückseite stehen. Das lohnt sich nur nicht, weil wir im EG im Wohnzimmer keine Klimaanlage brauchen. Dort wird es selbst bei 35 Grad im Schatten nicht heiß genug, um diese Investition zu rechtfertigen und ein normaler Ventilator reicht vollkommen. Ergo müsste ich aber eine gigantisch leistungsfähige Klimaanlage einbauen, damit ich aus dem EG heraus auch noch das Dachgeschoss kühler bekomme. Von sich aus wird die Kaltluft jedenfalls nicht nach oben steigen. Und das Dachgeschoss ist durch diverse Wände und die Dachschräge so ungünstig geschnitten, dass ich auch nicht einfach die Leitungen des Außenteils der Splitanlage an der Hauswand hochziehen kann.
Und zu guter letzt: Selbst wenn ich Seitens des Vermieters die Erlaubnis hätte, hier ein Split-Gerät einzubauen, ist schon jetzt klar, dass wir hier keine 3 Jahre mehr wohnen. Das ist ein gewisses Hemmnis, hier groß Geld in die Hand zu nehmen und eine bauliche Lösung umzusetzen. Zumal der Vermieter schon signalisiert hat, dass er Eingriffe an der Bausubstanz (Wanddurchbohrungen und ähnliches) bei einem gut isolierten Haus nicht so toll findet. Was ich auch verstehen kann.
Wir haben mehrere Nachbarn mit Doppelhaushälften, bei denen steht der Außenteil der Split-Anlage auf dem Hausdach und die Leitungen laufen zwischen den Dachziegeln ins Haus. Eine charmante Lösung. Nachdem beim letzten richtig kräftigen Unwetter letztes Jahr so ein Teil aber den Abflug gemacht hat und dabei das Dach und ein vor dem Haus in der Einfahrt geparktes Auto beschädigt hat, würde ich von so einer Lösung eher Abstand nehmen wollen, selbst wenn der Vermieter die Montage erlauben würde.
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Re: Abluft eines Monoblock über aktive Belüftung "entsorgen"?

Beitrag von gnampf »

Zum Thema 2-Schlauch und Tür offen: egal ob die Tür offen ist oder nicht, er wird auf jeden Fall aus den anderen Räumen saugen, wie auch durch das Fenster. Selbst wenn er nur aus den anderen Räumen saugen würde: entweder hättest du nach kurzer Zeit ein Vakuum im Haus, da die ganze Luft abgepumpt wurde, und du stirbst an Sauerstoffmangel (keine Sorge, wird nicht passieren, denn:) oder er zieht halt durch die Hülle von draußen warme Luft ins Haus rein, egal in welchem Raum. Eine raumluftabhängige Heizung wirst du vermutlich nicht haben, da es sonst schon mit der Lüftung Ärger gegeben hätte... also wirst du zumindest auch nicht an CO sterben.
Montage des Außenteils auf dem Dach oder besser an der Außenwand ist kein Problem, wenns ordentlich gemacht wird hälts auch den Sturm aus, gerade an der Wand.
Einleiten ins Rohrsystem der Lüftung ist auch in meinen Augen ein Nogo, denn da der Ventilator der Klima wesentlich stärker ist wird der auch gegen den Abluftventilator andrücken und einen Teil der Wärme ins Haus leiten, gerade weil die Anlage im Haus auch noch Unterdruck erzeugt. Damit wird es nicht nur wieder warm im Haus, sondern die Belüftung ist auch außer Kraft gesetzt, die Luft wird schlecht und mit Pech schimmelts in einigen Räumen dann dadurch auch noch.
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Re: Abluft eines Monoblock über aktive Belüftung "entsorgen"?

Beitrag von bennisg »

Die Abluft eines Monoblockes ist ziemlich viel im Vergleich zu dem, was eine Wohnraumlüftung so bringt. Grob über den Daumen bläst der Monoblock locker 10 Mal so viel Luft.

Diese große Menge an Luft bekommt man nicht durch die vergleichsweise kleinen Rohre, die auch noch sehr lang sind, gepresst. Mit sehr hohem Druck (und jetzt kommt die Strömungslehre doch…) kann man das schaffen, allerdings macht der Monoblock nicht so einen Druck.

Nächstes Problem: In der Wohnraumlüftung sind üblicherweise Radialventilatoren verbaut. Diese haben die Eigenschaft, dass ihre Leistungsaufnahme (aus der Steckdose) abnimmt, wenn man sie zu hält. Gibt man ihnen allerdings mehr Luft indem man da mit einem zusätzlichen fetten Gebläse rein bläst, dann steigt ihre Leistungsaufnahme. Das ist schwer vorstellbar, weil man denkt „ich helfe dem Ventilator doch bei der Arbeit“. So ist das aber nicht. Der Radialventilator wird dadurch zusätzlich belastet.
Will man einen Radialventilator entlasten, so muss man einen Socken in die Lüftung stopfen, dann kann der Kaffeepause machen. Allerdings bekommt er dann keine Luft mehr und könnte während seiner Pause thermischen Schaden nehmen.

Kurzum: Das wird nicht gehen. Selbst wenn man auf den Ventilator der Wohnraumlüftung sche*****, dann wird das technisch sehr schlecht bis nicht funktionieren.
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